Waldpädagogik
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UNCED = UN Conference on Environment and Development

Rio de Janeiro 1992

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verabschiedet wurden:

  • Die Deklaration über Umwelt und Entwicklung
  • Die Klimaschutz-Konvention = Klimarahmenkonvention
  • Die Biodiversitätskonvention
  • Die Walddeklaration
  • Die Agenda 21
  • Die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung

→www.nachhaltigkeit.info/artikel/weltgipfel_rio_de_janeiro_1992_539.htm

3. Konferenz der Vertragsstaaten / COP3

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Das Kyoto-Protokoll (benannt nach dem Ort der Konferenz Kyōto in Japan) ist ein am 11. Dezember 1997 beschlossenes Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) mit dem Ziel des Klimaschutzes. Das am 16. Februar 2005 in Kraft getretene Abkommen legt erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern fest, welche die hauptsächliche Ursache der globalen Erwärmung sind.[1][2] Bis Anfang Dezember 2011 haben 193 Staaten sowie die Europäische Union[3] das Kyoto-Protokoll ratifiziert. Die USA sind dem Protokoll nie beigetreten, und Kanada hat am 13. Dezember 2011 seinen Ausstieg aus dem Abkommen bekannt gegeben.[4]

[1] Intergovernmental Panel on Climate Change (2007): IPCC Fourth Assessment Report – Working Group I Report „The Physical Science Basis"

[2] Hansen, J., Mki. Sato, R. Ruedy et al. (2005): Efficacy of climate forcings, in: Journal of Geophysical Research, 110, D18104, doi:10.1029/2005JD005776(PDF; 20,5 MB)

[3] UNFCCC: Status of Ratification of the Kyoto Protocol, abgerufen am 13. Dezember 2011

[4] abSüddeutsche Zeitung: Kanada steigt offiziell aus Kyoto-Protokoll aus vom 13. Dezember 2011

→http://de.wikipedia.org/wiki/Kyoto-Protokoll

16. Konferenz der Vertragsstaaten / COP16/CMP6

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Der Gipfel endet mit dem Minimalziel, das Kyoto-Protokoll bis 2012 fortzu-setzen. Beschlossen werden außerdem ein Waldschutzprogramm sowie ein Hilfsfonds für Entwicklungsländer

→http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Klimakonferenz

Internationales Jahr der Biodiversität

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Die biologische Vielfalt nimmt weltweit und auch in Deutschland stark ab. Die derzeitige Aussterberate übertrifft die vermutete natürliche Rate um das 100 – 1000fache und ist durch menschliches Handeln bedingt.

→www.un-dekade-biologische-vielfalt.de

UN-Gipfel zur Biologischen Vielfalt

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Mindestens 17 Prozent der globalen Landfläche und 10 Prozent der Meeresfläche sind bis 2020 unter Schutz zu stellen.

→www.nachhaltigkeit.info/artikel/artenschutz_konferenz_in_nagoya_japan

Internationales Jahr der Wälder

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In den Jahren 2000 bis 2010 gingen jährlich etwa 13 Millionen ha Waldflächen durch Brandrodung und Abholzung verloren, in den zehn Jahren zuvor waren es 16 Millionen ha pro Jahr !
(FAO-Waldbericht 2010)

→www.un.org/esa/forests/session.html
→www.regenwald.org/regenwaldreport

17. Konferenz der Vertragsstaaten / COP17/CMP7

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Die Vertragsstaaten einigten sich auf eine Fortführung des Kyoto-Protokolls. Diese soll 2012 in Katar festgelegt werden. Russland, Japan und Neuseeland stimmten der Fortführung nicht zu. Kanada gab kurz vor dem Ende des Klimagipfels seinen Austritt aus dem Kyoto-Protokoll bekannt.

→www.nachhaltigkeit.info

Rio plus 20

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Das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung ist global gescheitert.

→www.europarl.de
→"Geist von Rio ist verflogen", Prof. Ulrich Brandt, ND 30. 05. 2012

Internationales Jahr der Erneuerbaren Energien für alle

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Die UN-Initiative will bis zum Jahr 2030 neben einem Zugang zu modernen Energiedienstleistungen für alle Menschen eine Verdopplung des Anteils der erneuerbaren Energien im globalen Energiemix erreichen.

→www.erneuerbare-energien.de

18. Konferenz der Vertragsstaaten / CPO18/CMP8

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Ziel von DOHA 212 war es, den Vertrag von Durban 2011 mit Leben zu erfüllen. Bis 2015 ist ein Vertragswerk beabsichtigt, dass erstmals Emissionen von Entwicklungsländern mit berücksichtigt und 2020 in Kraft tritt.
Die Industrienationen hatten eine Anschubfinanzierung für einen Green Climate Fonds von 2010 bis 2012 zur Klimafolgenbegrenzung in Entwicklungsländern in Höhe von 30 Milliarden Dollar zugesagt. Ab 2010 ist die Zahlung von 100 Milliarden Dollar pro Jahr beabsichtigt.

→www.nachhaltigkeit.info

27 Staaten, welche 13 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen, haben einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls zugestimmt.

→www.die-klima-allianz/un-klimakonferenz-in-durban.de
→www.de.wikipedia.org/wiki/kyoto-protokoll

Internationales Jahr der Wasserkooperation

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(Nur) 89 Prozent der Weltbevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.

→www.unesco.de/wasserjahr2013.html

Internationale Artenschutzkonferenz in Bangkok

40-jähriges Bestehen des Washingtoner Artenschutzabkommens
34000 Tier- und Pflanzenarten stehen derzeit unter Schutz
durch menschliche Eingriffe und Klimawandel sind zehntausende Pfanzen- und Tierarten gefährdet

→www.cites.org
→www.nabu.de

Globalen Treibhausgasemissionen haben Rekordwert erreicht

2010 haben die globalen Treibhausgasemissionen einen Rekordwert erreicht. Erstmals in der Geschichte gelangten 9 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid stieg damit 2010 um 5,9 Prozent gegenüber 1990 an.

→www.br.de/themen/wissen/dossier-klimawandel-global-carbon-poject.de

Derzeitige Aussterberate viel höher als vermutet

Die derzeitige Aussterberate an Pflanzen- und Tierarten übertrifft die vermutete natürliche Rate um das 100 – 1000fache und ist durch menschliches Handeln bedingt.

→www.un-dekade-biologische-vielfalt.de

(Nur) 89 Prozent hat Zugang zu sauberem Trinkwasser

(Nur) 89 Prozent der Weltbevölkerung hat Zugang zu sauberem Trinkwasser.

→www.unesco.de/wasserjahr2013.html

Seit Oktober 2011 leben 7 Milliarden Menschen auf der Erde

Seit dem 31. Oktober 2011 leben 7 Milliarden Menschen auf unserer Erde. Nach aktuellen Schätzungen liegt die Zahl hungernder Menschen bei 870 Millionen.

→de.wfp.org
→www.welternährungspipfel.de

CO2-Konzentration der Atmosphäre überschreitet 400 ppm

Die Messstation  der  US-amerikanischen Wetterbehörde NOAA  zeichnete  am 9. Mai 2013 genau 400,03 ppm CO2 auf. Instrumente, welche von der Scripps Institution of Oceanography betrieben werden, zeigten für dieselbe 24 Stunden dauernde Messperiode einen Wert von 400,08 ppm CO2 an.

→ www.raonline.ch/pages/edu/cli2/glocli_greenhousegas0204.html

CCAMLR – „Sonderkonferenz der Kommission zur Erhaltung lebender Meeresschätze in der Antarktis“ in Bremerhaven

Die Konferenz endete ohne Einigung auf neue marine Schutzgebiete im Südpo-larmeer, u. a. im Weddellmeer.

Die Konferenz scheitert an juristischen Bedenken Russlands.
Unter Regie des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meereisforschung werden in den kommenden Jahren weitere Schutzgebietsvorschläge erarbeitet.

→www.awi.de

19. Konferenz der Vertragsstaaten / COP19/CMP9

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Die Delegierten aus 24 Ländern der diesjährigen UN-Klimakonferenz sind in eine 24-stündige Verlängerung gegangen, um sich auf eine Abschlusserklärung zu einigen. Die entscheidende Frage lautete dabei: Wie kann der Weg zu einem weltweiten Klimaabkommen aussehen? Eine Einigung konnte jedoch nur durch einen Kompromiss im Abkommen erzielt werden. In dem Abkommen, das 2015 in Paris unterzeichnet werden soll, verpflichten sich Industrie- wie Schwellen-länder, ihre Treibhausgas-Emissionen um festgelegte Mengen zu reduzieren oder zu begrenzen.

→www.nachhaltigkeit.info

Jahresbericht der Weltorganisation für Meteorologie

Welt-News   09.09.2014
Jahresbericht der Weltorganisation für Meteorologie

TREIBHAUSGASKONZENTRATIONEN AUF NEUEM REKORDHOCH
Seit 30 Jahren ist die Kohlenstoffdioxid-Konzentration nicht so stark angestiegen wie von 2012 zu 2013 und beträgt 142 Prozent des vorindustriellen Wertes.
Die Methan-Konzentration hat 253 Prozent, die Lachgas-Konzentration 121 Prozent des vorindustriellen Wertes erreicht.
Zugleich sind die Gas absorbierenden Ozeane von einer "beispiellosen" Übersauerung betroffen.

→www.vol.at/treibhausgaskonzerntration-auf-neuem-rekord-hoch/apa-1420199870

20. Konferenz der Vertragsstaaten / COP20/CMP10

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Im Fokus der 20. Weltklimakonferenz standen die Vorbereitungen für ein neues Klimaschutzabkommen aller Industrie- und Schwellenländer, welches 2015 auf der 21. Weltklimakonferenz in Paris verabschiedet werden muss.
Das Schlussdokument enthält (lediglich) erste Grundsätze eines neuen Klimaprotokolls. In der Funktion eines Kyoto II-Nachfolgeprotokolls wäre dieses noch nicht verfasste Dokument spätenstens 2013 in Warschau zu verabschieden gewesen!
Dem 2012 ausgelaufenen Kyoto-Protokoll folgten zuletzt weniger als 40 Staaten, welche weniger als 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verursachen. Große Emittenten wie die USA, China, Kanada, Japan und Russland fallen nicht/nicht mehr unter das erste völkerrechtlich verbindlich Rahmenwerk zur Reduktion von Treibhausgasen.
Begrenzt hoffnungsvoll stimmt, dass sich die USA und China Mitte November 2014 erstmals auf (neue) Klimaschutzziele einigten. Die USA haben angekündigt, ihre Emissionen im Vergleich zum Jahr 2005 um 26 bis 28 Prozent zu reduzieren. China verpflichtete sich dazu, dass die Emissionen bis spätestens 2030 ihren Höhepunkt erreichen und anschließend sinken.

→www.bmub.bund.de
→www.nachhaltigkeit.info

                               

2014 war in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der Wetterauzeichnung!

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DWD

Quelle: Deutscher Wetterdienst (www.dwd.de)

Die Durchschnittstemperatur 2014 lag in Deutschland mit 10,3 ºC um 2,1 ºC höher gegenüber der Referenzperiode 1961 - 1990. Das Jahr 2014 war damit in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung.
Vom August abgesehen lagen alle Monatsmittel des Jahres über dem Soll, teilweise deutlich.
Im Januar und Februar 2014 blieb, außer einer kurzen Frostperiode im Norden und Osten Deutschlands richtiges Winterwetter praktisch völlig aus. Auch im März und April setzte sich die seit Dezember 2013 anhaltende Serie extrem milder, sonnenscheinreicher und trockener Monate fort. Der Juni brachte das heißeste Pfingstfest aller Zeiten sowie erneut Trockenheit und viel Sonne. Bei anfangs deutlich zu hohen, später eher kühlen Temperaturen entluden sich im Juli und August häufig kräftige Gewitter, die oft nur sehr langsam zogen und dann zu markanten Regenmengen führten. Der Herbst verlief meist ruhig mit viel Nebel und nur wenig Sturm.

→www.dwd.de

21. Konferenz der Vertragsstaaten / COP 21/CMP11

DANKE PARIS! WELTKLIMAVERTRAG IN PARIS VON 195 STAATEN VERABSCHIEDET!

195 Staaten und die EU haben ein Abkommen beschlossen, das ab 2020 gilt und alle einbindet

Folgende Ziele wurden vereinbart:

  • Erderwärmung: Deutlich unter 2 grd. C
  • Treibhausgase:  neutrale Bilanz
  • Klimaziele:         Überprüfung aller 5 Jahre
  • Klimaschutz:      Finanzierung durc h Industrieländer

"Es ist schon großartig, dass die Welt in einer Zeit in der in Syrien der Bürgerkrieg tobt, wo Terror herrscht, sich zusammenfindet und von hier aus geht das Signal, dass es vorbei ist mit der Zeit der Kohle", sagt Martin Kaiser von Greenpeace. "Schlecht ist, dass die Verschärfung der Klimaziele so spät beginnt. Das muss schon am Montag losgehen", fordert Jan Kowalzig von Oxfam.

2015 war das wärmste Jahr seit der Wetteraufzeichnung!

Quelle: Deutscher Wetterdienst (www.dwd.de)
Nach dem Rekordjahr 2014 erreichte die globale Temperatur im Jahr 2015 einen neuen Rekordwert. Damit ist das Jahr 2015 das bisher wärmste Jahr seit 1880, dem Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen. Dies ergaben Analysen mehrerer unabhängiger Datensätze.

Weltbevölkerungstag 2016: 7,44 Mrd. Menschen leben auf der Erde!

Derzeit leben 7,44 Milliarden Menschen auf der Erde. Das sind rund 40 Millionen Menschen mehr als zu Beginn des Jahres. Diese Zahlen gibt die Stiftung Weltbevölkerung anlässlich des Weltbevölkerungstags am 11. Juli bekannt.

Quelle: Stiftung Weltbevölkerung

Der Erdüberlastungstag fällt schon auf den 8. August 2016!!!

Erdüberlastungstag 2016 fünf Tage früher als im Vorjahr!

Wir haben unseren Ökosystemen bereits nach weniger als acht Monaten mehr Holz, Pflanzen, Futtermittel, Fisch & Nahrungsmittel entnommen, als in unseren Fischgründen, Wald-, Weide- und Ackerflächen jährlich generiert werden können. Hinzu kommen die Treibhausgase, von denen die Menschheit bereits mehr in die Atmosphäre ausgestoßen hat, als ansatzweise von den natürlichen Kreisläufen aufgenommen werden können. Die Folgen davon sind deutlich spürbar und vielen bekannt: der Rückgang der Artenvielfalt, der voranschreitende Klimawandel, schrumpfende Wälder, Überfischung, Müllberge...

22. Konferenz der Vertragsstaaten / COP 22 CMP 12

WELTKLIMAKONFERENZ MARRAKESCH

Klimaschutz - Hauptsache gemeinsam

 45 Staaten haben auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch  angekündigt, dass sie aus Kohle, Öl und Gas völlig aussteigen wollen und das bis zur Mitte des Jahrhunderts.

Die Erklärung ist besonders wichtig, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Es handelt sich um die Länder, die besonders verletzlich sind und die eigentlich noch gar nicht Industrieländer sind."

Quelle: www.tagesschau.de

Artenschwund trotz Artenschutz - UN-Konferenz in Cancún: Staaten wollen umweltschädliche Subventionen abbauen

Trotz globaler Artenschutzziele gibt es insbesondere durch intensive Land- und Forstwirtschaft sowie vielerorts durch Überfischung Rückschritte beim Artenschutz! Die 2010 in Japan beschlossenen Aichi-Ziele: bis 2020 17 Prozent der Landmassen und 10 Prozent der Ozeane unter Schutz zu stellen, scheinen im Dezember 2016 realistisch. 15 Prozent der Landfläche (ohne Arktis), zehn Prozent der Territorialgewässer und vier Prozent der Hochsee stehen bisher unter Schutz. Das Management dieser Schutzzonen bereitet genauso Probleme, wie der Schutz großflächiger, zusammenhängender, ökologisch wertvoller Territorien und der Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Bienen u.a. Bestäuber zeigen, wie wichtig Artenschutz für das (Über-)Leben der Menschheit ist... In den Jahren 2015 und 2016 wurden die Riffe als 'Kinderstube' vieler Fischarten durch die längste je gemessene Korallenbleiche dezimiert, für 2017 sind weitere Verluste prognostiziert.
frei nach Neues Deutschland, 07.12.2016

Kein Öl aus dem Arktiseis - Barack Obama will verhindern, dass sein Nachfolger Alaskas Küsten wirtschaftlich nutzt

Gemeinsam mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau hat der scheidende US-Präsident Barack Obama ein Verbot der Ölförderung vor der nördlichen Atlantikküste und vor Alaska ausgesprochen. 'Präsident Obama und Primierminister Trudeau sind stolz, Maßnahmen zu ergreifen, um eine starke, nachhaltige und gangbare arktische Wirtschaft und das Ökosystem dort zu sichern, mit wenig umweltverschmutzender Schifffahrt, wissenschaftschaftlich geprüfter Handhabung der Meeresressourcen und einer Öl- und Gasförderung, die frei von Zukunftsrisiken ist', lautet die gemeinsame Erkärung vom 20.12.2016.
Neues Deutschland, 22.12.2016
Zukunftsfähig ist auch dieser Kompromiß maximal bedingt. Für ein Überleben der Pflanzen- und Tierwelt großer Gebiete der Arktis stellt er einen großartigen Sieg dar. (Kerstin Richter)

Nachhaltigkeit als globale Herausforderung / Risiken einer gewinnorientierten Marktwirtschaft

„Allein der durch den Klimawandel verursachte zusätzliche Verlust an wildlebenden Pflanzen- und Tierarten wird von Experten auf 30 Prozent geschätzt."

Olaf Tschimpke, „Arten im Klimawandel" NABU

23. Konferenz der Vertragsstaaten / COP 23 CMP 13

WELTKLIMAKONFERENZ FIDSCHI-INSELN / Austragungsort Bonn / 06. - 17.11.2017

von FIDSCHI bis BONN vereint für den Klimaschutz

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich völkerrechtlich zur zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls (2013-2020) verpflichtet. Die entsprechende Ratifizierungsurkunde wurde bei den Vereinten Nationen in New York hinterlegt.

www.bmub.bund.de

13.11.2017 Globale CO2-Emissionen liegen bereits 0,4 Gt über dem Vorjahresniveau!

13.11.2017 Globale CO2-Emissionen liegen bereits 0,4 Gt über dem Vorjahresniveau!
Quelle: Global Carbon Project

28.03.2018 CO2-Budget Deutschlands für 2018 verbraucht!

Nach dem Pariser Klimaschutzabkommen dürfte Deutschland von 2015 bis 2050 9,9 Mrd. t CO2 an die Atmosphäre abgeben. Im Jahr 2018 wurde dieses Pensum bereits am 29. März 2018 überschritten!

Quelle: Tagesschau vom 28.03.2018

17.04.2018: Polen verstößt gegen EU-Naturschutzrecht - Europäischer Gerichtshof verbietet Polen Urwald-Abholzung - Die polnische Regierung muss die Holzbewirtschaftung im Schutzgebiet einstellen

Lt. einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes verstoßt Polen mit der Abholzung im Bialowieza-Urwald gegen EU-Naturschutzrecht! Die EU-Kommission hatte die polnische Regierung 2017 wegen Verstößen gegen EU-Naturschutzrecht verklagt. Der Bialowieza-Wald, der sich von Polen weit nach Weißrussland erstreckt, ist außerdem Unesco-Weltnaturerbe. Auf polnischer Seite sind rund 63.000 Hektar als Natura-2000-Gebiet auch nach EU-Recht besonders geschützt. Das bedeutet unter anderem strenge Auflagen für die Forstwirtschaft. Die polnische Regierung erlaubte trotzdem 2016, in dem Urwald fast drei Mal so viel Holz einzuschlagen als vorher. Allein 2017 wurden nach offiziellen Angaben 150.000 Bäume gefällt.

Quelle: Neues Deutschland vom 17.04.2018

Australien: Millionen zur Schadensbegrenzung im Great Barrier Reef

Zur Gesundung geschädigter Korallenriffe, zur Verbesserung der Wasserqualität und zur Bekämpfung aggressiver Seesterne wendet die Regierung Australiens 300 Millionen Euro auf.

Lebende Korallen sind farbenfrohe Gebilde, ein bunter Irrgarten, der unzähligen Fischarten und anderen Meerestieren Zuflucht gibt. Bleichen die Nesseltiere jedoch, so werden sie zu geisterhaften, brüchigen Skeletten, die der nächste Sturm in Kleinteile zermalmt.

Solch eine Bleiche hat das Great Barrier Reef nun zwei Jahre in Folge getroffen. Besonders schlimm war das Jahr 2016. Eine Studie, die australische Wissenschaftler im Fachmagazin »Nature« veröffentlichten, zeigt, dass von den 3863 Riffen, die das Great Barrier Reef an der Nordostküste Australiens bilden, 29 Prozent betroffen waren. Diese geschädigten Riffe verloren mindestens zwei Drittel ihrer Korallen, in einigen Fällen starben sogar bis zu 90 Prozent der Tiere ab. Ein Autor der Studie sagte in Medieninterviews, die Korallen seien geradezu »gekocht« worden. Manche seien sehr schnell gestorben.

Quelle: Neues Deutschland vom 20.04.2018 /  Deutschlandfunk vom 30.04.2018

Klimaverhandlungen verpuffen - Umweltorganisationen kritisieren mangelnde Resultate bei der Klimakonferenz in Bonn

Rund 3000 Delegierte und Beobachter der Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention trafen sich vom 30. April bis 10. Mai im WorldCCBonn und auf dem UN Campus zur jährlichen Tagung der Nebenorgane des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC). Die Tagung des größten in Bonn ansässigen UN-Sekretariats dient der Vorbereitung der 24. Klimavertragsstaatenkonferenz im Dezember 2018 in Kattowiz (Polen).

  • Die Entwicklungsländer setzten durch, dass der im Rahmen des bis 2020 geltenden Kyoto-Protokolls geschaffene Anpassungsfonds in das Pariser Klimaabkommen übernommen wird. Der Anpassungsfonds stellt für arme Länder Gelder für die Bewältigung der Klimafolgen bereit.
  • Der in Bonn auf den Weg gebrachte "Talanoa"-Dialog soll bis zur nächsten Weltklimakonferenz Bilanz zur Wirkung der derzeitigen Klimaschutzzusagen im Rahmen des Pariser Abkommens ziehen und dann auf eine Steigerung der internationalen Anstrengungen hinwirken.
  • Vereinbart wurde ein "Gender Action Plan", der Frauen stärker in klimapolitische Entscheidungen einbeziehen soll. Insbesondere in Afrika werden Klimaprojekte vielfach von Frauen betrieben. Außerdem wurde ein Verfahren zur künftigen Beteiligung  indigener Völker rund um das Paris-Abkommen ausgehandelt. Für die Einbeziehung der Landwirtschaft in die Klimaschutzbemühungen wurde ein Arbeitsplan aufgestellt.
  • Bezüglich des "Warschau-Mechanismus" für Verluste und Schäden durch den Klimawandel wurde in Bonn ein Arbeitsplan ausgearbeitet. Die Industrieländer verhinderten, dass über Finanzierungsfragen verhandelt wird. Sie befürchten hohe Finanzforderungen von den Entwicklungsländern, und dass sie als maßgebliche Verursacher des Klimawandels grundsätzlich für klimabedingte Schäden in Haftung genommen werden.

Quelle: Neues Deutschland vom 11.05.2018 / www.3sat.de

"Deutschland verfehlt Klimaziele" - 9. Petersberger Klimadialog in Bonn

18.06.2018 / 19.06.2018

9. Peterberger Klimadialog / Bonn

Am 18. und 19. Juni lud das Bundesumweltministerium zusammen mit der Regierung der Republik Polen zum 9. Petersberger Klimadialog in Berlin ein. Diese informelle Begegnung von Ministern und Ministerinnen sowie Repräsentanten aus etwa 35 Ländern diente der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und der Vorbereitung der nächsten Weltklimakonferenz in Kattowitz im Dezember, die von Polen geleitet wird.
Quelle: www.bmu.de

Die Bundesumwelt-Ministerin Svenja Schulze hat in Berlin eine Klimaschutz-Konferenz mit Gästen aus 30 Ländern eröffnet und muss als allererstes zugeben, dass Deutschland seine eigenen Klimaschutz-Ziele weit verfehlen wird. Weder beim Verkehr noch bei den Braunkohle-Kraftwerken in NRW gelingt es CO2 einzusparen.

Quelle: www.ardmediathek.de

COP24: Gemeinsam den Wandel gestalten

Katowice: 02.-14.12.2018
"Nach drei Jahren Verhandlungen hat sich die Staatengemeinschaft auf gemeinsame Regeln zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens verständigt. Zum ersten Mal wird es ab 2024 gemeinsame verbindliche Mindeststandards zur Berichterstattung der Staaten über ihre Treibhausgas-Emissionen oder andere Klimaschutzmaßnahmen geben. Bislang galten vergleichbare Standards nur für die dem Kyoto-Protokoll unterworfenen Industrieländer, die für weniger als 15 Prozent der Emissionen verantwortlich sind.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: 'In Paris haben wir 2015 beschlossen, dass wir alle gemeinsam das Klima schützen wollen. Jetzt haben wir beschlossen, wie wir das tun werden. Wir haben erreicht, dass sich zum ersten Mal nicht nur die halbe, sondern die ganze Welt beim Klimaschutz in die Karten schauen lässt. Das Pariser Abkommen beruht auf dem gegenseitigen Vertrauen, dass alle Staaten ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Darum ist es entscheidend, dass jeder sehen kann, was der andere tut. Von Katowice geht darüber hinaus das Signal aus, dass wir beim Klimaschutz nicht stehen bleiben dürfen, sondern gemeinsam immer besser werden müssen.'

In Paris wurde 2015 festgelegt, dass die Staaten spätestens 2020 überprüfte und möglichst verbesserte Klimaschutzbeiträge vorlegen werden. Die EU-Staaten legen ihren Klimaschutzbeitrag gemeinsam bei den Vereinten Nationen vor. Danach sollen alle fünf Jahre neue Beiträge folgen, die jeweils besser sein müssen. In Katowice wurden nun Mindeststandards festgelegt, welche Informationen diese Beiträge enthalten müssen, um sie vergleichbar zu machen."

Quelle: www.bmu.de

UN-Umweltkonferenz startet am 11.03.2019 in Nairobi

"Das Umweltprogramm der UNO fordert die Regierungen weltweit zu einem Kurswechsel auf, um wachsenden Gefahren für die Gesundheit und das Leben der Menschen zu begegnen. Die Welt verfüge über das Wissen, die Technologie und die finanziellen Mittel für eine nachhaltigere Entwicklung. Aber Politik und Wirtschaft fehle es an dem Willen zur Umsetzung.

UNO-Experten legten auf einer internationalen Konferenz in Nairobi ihren Weltumweltbericht vor. Darin heißt es, der Umweltschutz müsse drastisch ausgeweitet werden. Andernfalls werde es bis zur Mitte dieses Jahrhunderts in Asien, dem Mittleren Osten und Afrika Millionen vorzeitiger Todesfälle geben. Der Bericht warnt unter anderem vor der Wasserverschmutzung durch Chemikalien und durch Plastikmüll, vor Luftverschmutzung und der Zerstörung von Ökosystemen.

Die Welt verfüge über die nötige Wissenschaft, Technologie und auch über die finanziellen Mittel für eine nachhaltigere Entwicklung, betonen die Autoren. Dagegen fehle es noch an Unterstützung aus der Bevölkerung sowie der wirtschaftlichen und politischen Eliten, die an veralteten Entwicklungs- und Produktionsmethoden festhielten.

Für den Global Environment Outlook haben in den vergangenen sechs Jahren etwa 250 Wissenschaftler aus 70 Ländern zusammengearbeitet. In der kenianischen Hauptstadt Nairobi tagen Umweltminister und Experten aus zahlreichen Staaten. Deutschland ist durch Staatssekretär Flasbarth vertreten."

Quelle: DLF 24 (Deutschlandfunk 24)

Fridays for Future

15.03.2019 Internationaler Schulstreik für eine zukunftsfähige Klima- und Umweltpolitik

Der Klimawandel ist längst eine reale Bedrohung für unsere Zukunft. Wir werden die Leidtragenden des Klimawandels sein. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die einen katastrophalen Klimawandel noch verhindern kann. Doch unsere Politiker*innen unternehmen nichts, um die Klimakrise abzuwenden. Die Treibhausgas-Emissionen steigen seit Jahren, noch immer werden Kohle, Öl und Gas abgebaut. Deswegen gehen wir freitags weder in die Schule noch in die Uni. Denn mit jedem Tag, der ungenutzt verstreicht, setzt ihr unsere Zukunft aufs Spiel!
"Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?"

-Greta Thunberg, 16-jährige Klima-Aktivistin im Streik

Wir sind weder an eine Partei noch an eine Organisation gebunden. Die Klimastreik-Bewegung hat ihre eigene Dynamik und wird genauso wie diese Website durch hunderte individuelle junge Menschen getragen.

Vorbild für unsere Klimastreiks ist die Schülerin Greta Thunberg. Die 16-jährige Schwedin bestreikt seit Monaten freitags die Schule, um für echten Klimaschutz zu kämpfen. Weltweit haben sich ihr Tausende Schüler*innen angeschlossen und demonstrieren unter dem Motto Fridays for Future vor den Parlamenten, statt in die Schule zu gehen.

Quelle: www.fridaysforfuture.de

Zeit für ein Menschenrecht auf eine gesunde Umwelt

06.11.2019

Extreme Wetterereignisse, Artensterben und immer dramatischere Klimaprognosen – der Globale Pakt für die Umwelt will neue Wege für die größte Herausforderung unserer Zeit aufzeigen: Klimaschutz und Nachhaltigkeit verwirklichen. Könnte ein Menschenrecht auf eine gesunde Umwelt die Wende einleiten?
Die 2030 Agenda mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und das Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 sagen es sehr deutlich: Es geht nicht nur um etwas mehr Lebensqualität. Es geht um mögliche irreversible Schäden an unserem Planeten und letztlich um das Überleben der Menschheit. Viele Umweltindikatoren stehen auf Rot, die Alarmzeichen, dass sie sich weiter verschlechtern, nehmen zu.

Ein internationales Netzwerk von Umweltjuristen hat daher einen neuen Ansatz entwickelt. Im Juni 2017 veröffentlichten sie einen Aufruf: Ein Globaler Pakt für die Umwelt soll bestehende Abkommen und Protokolle einheitlich kodifizieren und vor allem ein einklagbares Recht auf eine gesunde Umwelt etablieren. Im September 2017 nahm der französische Präsident diese Idee auf und unterbreitete der UN-Generalversammlung einen Vorschlag für einen Globalen Pakt für die Umwelt. Im Mai 2018 richtete die Generalversammlung eine sogenannte offene Arbeitsgruppe ein, um das Potential eines solchen Paktes zu diskutieren und Vorschläge zu erarbeiten. UN-Generalsekretär António Guterres unterstützte die Idee in seinem Bericht "Towards a Global Pact for the Environment" im Dezember 2018 und empfahl der Generalversammlung, einen solchen Pakt als ein neues internationales Instrument zum Schutz des Planeten zu etablieren. Sein Bericht diente der Gruppe als Arbeitsgrundlage, die im Juni 2019 ihre Empfehlungen vorlegte.

Quelle: https://menschenrechte-durchsetzen.dgvn.de

Internationaler Protesttag von "Fridays for Future"

29.11.2019

40.000 Schüler/innen und Student/innen demonstrieren bei "Internationaler Großdemonstration" für einen umfassenden Schutz der Erdatmosphäre und für eine zukunftsfähige Energiewende! Vielen Dank!

11. Petersberger Klimadialog

Bonn - 27.04.2020

Rund 30 Ministerinnen und Minister aus aller Welt bekannten sich dazu, die Weichenstellungen für den Neustart der Wirtschaft in den kommenden Monaten so zu nutzen, dass zugleich auch die nötigen Fortschritte beim Klimaschutz erreicht werden. Zugleich machten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich, dass die Arbeit an ambitionierten neuen Klimazielen unter dem Pariser Klimaschutz-Abkommen in Zeiten von Corona nicht pausiert, sondern weitergeht.

Quelle: www.bmu.de

"Bericht zur Lage der Natur" von Bundesumweltministerin Svenja Schulze herausgegeben

Berlin, 20.05.2020

Bundesumweltministerin Svenja Schulze stellt Bericht zur Lage der Natur vor

Die industrielle Landwirtschaft bedroht natürliche Lebensräume - und damit auch immer mehr Tierarten. Laut einem Regierungsbericht leidet die Natur in Agrarregionen besonders stark. Betroffen sind vor allem Insekten und Vögel.

Demnach gibt es etwa große Probleme für Schmetterlinge und andere Insektenarten, die auf blütenreiche Wiesen und Weiden angewiesen sind. Starke Verluste sind auch bei Vogelarten zu verzeichnen - so ist der Bestand von Rebhühnern und Kiebitzen auf ein Zehntel des Bestandes vor 25 Jahren gesunken. "Etwa ein Drittel der Brutvogelarten sind in den letzten 12 Jahren in ihrem Bestand zurückgegangen, wobei insbesondere Arten des landwirtschaftlich genutzten Offenlandes betroffen sind", heißt es in dem Bericht.

Auch insgesamt gehe es der Natur in Deutschland nicht gut genug. In anderen Lebensräumen sind dem Bericht zufolge aber auch Erfolge zu verzeichnen: Buchenwälder erholten sich, in Wäldern und Siedlungen gebe es wieder mehr Vögel, und auch die Renaturierung von Flüssen und Auen trage zur Erholung der Natur bei, erklärte Schulze.

Quelle: www.tagesthemen.de

COP 26 - UN-Klimakonferenz in Glaskow

2020: Die Konferenz wurde abgesagt! Ursache: COVID-19-Pandemie

"Das deutsche Klimaschutzgesetz ist lt. Bundesverfassungsgericht in Teilen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar"

Quelle: Neues Deutschland, 30. April 2021, S. 6

Berlin, 29. April 2021

Das Bundesverfassungsgericht gab vier Kläger/Innen recht und urteilte, dass das Klimaschutzgesetz in Teilen nicht mit den Grundrechten vereinbar sei. "Die Vorschriften verschoben hohe Emissionsminderungslasten umumkehrbar auf Zeiträume nach 2030." In Bezug auf den Klimaschutz bedeute das, die Erderwärmung dem Ziel des Pariser Klimaabkommens entsprechend auf deutlich unter zwei Grad und möglichst sogar 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. "Um das zu erreichen, müssen die nach 2030 noch erforderlichen Minderungen dann immer dringender und immer kurzfristiger erbracht werden.", lies das Gericht wissen. "Von diesen künftigen Emissionsminderungspflichten ist praktisch jegliche Freiheit potentiell betroffen, weil noch nahezu alle Bereiche menschlichen Lebens mit der Emission von Treibhausgasen verbunden und damit nach 2030 von drastischen Einschränkungen bedroht sind.", heißt es im Urteil.
Bis Ende 2022 muss der Gesetzgeber jetzt einen Fahrplan für die Emissionsreduzierung ab 2031 vorlegen.

"Globale Heißzeit mit extremen Folgen - Berichtsentwurf des Weltklimarates prognostiziert Hitzewellen, Hunger und Verlust von Lebensräumen"

"Die Aussagen sind eindeutig: 'Das Leben auf der Erde kann sich von einem dratstischen Klimaumschwung erholen, indem es neue Arten hervorbringt und neue Ökosysteme schafft. Menschen können das nicht.' Die Sätze finden sich in der 137-seitigen technischen Zusammenfassung eines Berichtsentwurfs des Weltklimarates IPCC mit den vorläufigen Ergebnissen der IPCC-Arbeitsgruppe II, die die Folgen der Erderwärmung beleuchtet.......
Dutzende Millionen Menschen werden in den nächsten Jahrzenhnten unter Hunger, Dürre und Krankheiten leiden - dieses Szenario skizziert der Bercihtsentwurf, den die Nachrichtenagentur AFP vorab exlusiv einsehen konnte....
Durch die steigenden Temperaturen nimmt der Nährstoffgehalt der Nutzpflanzen dem Berichtsentwurf zufolge ab. Der Proteingehalt von Reis, Weizen, Gerste und Kartoffeln werde voraussichtlich um 6,4 bis 14,1 Prozent sinken, wodurch fast 150 Millionen zusätzlich unter Proteinmangel leiden könnten..."
Quelle: Neues Deutschland, 24.06.2021 (Überschrift frei gewählt)

"Mission Emission - Warum das neue Klimaschutzgesetz den Klimawandel nicht aufhalten wird"

"Das neue Klimaschutzgesetz ist da. Nur sind sich Klimaschützer wie auch Indutrievertreter weitgehend einig, dass es seinen Namen nicht verdient. Klimaneutralität bis 2045 klingt gut. Doch ist dieses Ziel kaum zu erreichen, solange Nationalstaaten auf dem Weltmarkt um günstige Produkte konkurrieren...."
Quelle: Neues Deutschland, 26./27. Juli 2021

"Weltklimarat veröffentlicht 'Sechsten IPCC-Sachstandsbericht der Arbeitsgruppe I' - Welt­kli­ma­be­richt – Kli­ma­wan­del ver­stärkt Wet­ter- und Kli­ma­ex­tre­me"

Weltklimarat IPCC veröffentlicht am 09.08.2021 neuen Bericht, Band I: Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels
Mensch ist hautpverantwortlich für globale Erwärmung und Klimawandel
Treibhausgas-Emissionen müssen sofort und drastisch reduziert werden, sonst ist 1,5 Grad-Begrenzung der Erwärmung unerreichbar
DLR-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren als Autoren am neuen IPCC-Sachstandsbericht beteiligt
Schwerpunkte: Klimawandel, Erdbeobachtung, Raumfahrt, Luftfahrt

DLR im Über­blick
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist das Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt.

Eine Erkenntnis, die nicht überraschend aber dennoch gravierend ist: Der Mensch ist hauptverantwortlich für die globale Erwärmung und den beobachteten Klimawandel. Neu gewonnene Daten und verbesserte Modellsimulationen belegen dies noch deutlicher als zuvor, wie der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) in seinem neuen Bericht hervorhebt. Am 9. August 2021 wurde der erste Band des Sechsten IPCC-Sachstandsberichts veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um den Bericht der Arbeitsgruppe I, die den Forschungsstand der naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels zusammenfasst. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) waren an dem Bericht als Autor*innen beteiligt.

"Der menschliche Einfluss ist nicht nur der wesentliche Treiber für die Erwärmung des Klimasystems, sondern auch für die Zunahme von Wetter- und Klimaextremen. Die Häufigkeit und die Intensität etwa von Starkregen-Ereignissen oder Hitzewellen steigen durch den Klimawandel an", erklärt Prof. Dr. Veronika Eyring vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre und der Universität Bremen. Sie ist Koordinierende Leitautorin des Kapitels "Der menschliche Einfluss auf das Klimasystem" im aktuellen IPCC-Sachstandsbericht, das auch die Bewertung der Klimamodelle mit Beobachtungsdaten enthält.

Klimaänderungen in der Atmosphäre, den Ozeanen und Eisgebieten erreichen immer neue Höchststände und verändern sich mit Geschwindigkeiten, wie sie seit Jahrhunderten bis vielen Jahrtausenden nicht beobachtet worden sind. "Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist bis zum Jahr 2019 bereits auf insgesamt 410 ppm (parts per million) angestiegen, auf eine Million Moleküle in trockener Luft kommen also 410 Moleküle Kohlenstoffdioxid – das ist beispiellos seit mindestens zwei Millionen Jahren", gibt Eyring zu Bedenken.

Klimafolgen für Europa
Für Europa bedeutet der Klimawandel, es wird generell wärmer und das Risiko von Starkniederschlägen steigt in vielen Regionen – es regnet seltener, dafür heftiger. Welche verheerenden Auswirkungen das haben kann, zeigte sich zuletzt im Juli bei der Flutkatastrophe in Westdeutschland. Solche Extremereignisse werden zunehmen, insbesondere wenn die globale Erwärmung 1,5 Grad Celsius übersteigt.

Der Bericht legt außerdem dar, dass die Temperaturen in allen europäischen Regionen weiter ansteigen und den Durchschnittswert der globalen Temperaturveränderung übertreffen werden.

Auswertung der Simulationen
Um die Ergebnisse von Klimamodell-Simulationen darzustellen, wurde in einigen Kapiteln des IPCC-Berichts das ESMValTool (Earth System Model Evaluation Tool) verwendet, das das DLR-Institut für Physik der Atmosphäre gemeinsam mit mehr als 70 internationalen Forschungseinrichtungen federführend entwickelt. Das Computerprogramm erlaubt eine umfangreiche Bewertung der Klima- und Erdsystemmodelle im Vergleich mit Beobachtungsdaten. Klimamodelle sind auf naturwissenschaftlichen Grundlagen basierende Computerprogramme, die das physikalische Klimasystem der Erde simulieren. Erdsystemmodelle berücksichtigen zusätzlich zum Klima chemische und biologische Prozesse. Mithilfe des ESMValTools können die Ergebnisse nachvollziehbar und reproduzierbar dargestellt werden.

Mithilfe des ESMValTools wurden unterstützend für den Bericht die Simulationen der neuesten Generation globaler Klimamodelle ausgewertet, die im Rahmen des "Coupled Model Intercomparison Projects Phase 6" (CMIP6) des Weltklimaforschungsprogramms koordiniert werden. "Wir konnten zeigen, dass sich die simulierten klimatologischen Mitteln für viele großskalige Klimavariablen gegenüber vorherigen Modellgenerationen verbessert haben," sagt Eyring, die das CMIP6-Projekt von 2014 bis 2020 leitete. Die Datenprodukte von CMIP6 stellen neben Beobachtungsdaten eine wichtige Quelle für Klimainformationen im IPCC-Bericht dar.

Eyring wurde Anfang dieses Jahres mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2021 ausgezeichnet, weil sie maßgeblich dazu beigetragen hat, das Verständnis sowie die Genauigkeit von Klimavorhersagen durch prozessorientierte Modellierung und Modellevaluierung zu verbessern. Im Schwerpunkt forscht die DLR-Wissenschaftlerin zu Erdsystemmodellierung und Modellbewertung mit Beobachtungsdaten, einschließlich der Entwicklung und Anwendung von Methoden der künstlichen Intelligenz für belastbare Klimavorhersagen und Technologiefolgenabschätzungen.

Klimaerwärmung: Verursacher Mensch
Es ist eindeutig: Der menschliche Einfluss hat die Atmosphäre, Ozeane und Landflächen erwärmt. Weitreichende und schnelle Veränderungen in Atmosphäre, Ozean, Land und Biosphäre sind eingetreten. Die Beobachtungsdaten und verbesserten Modellberechnungen des neuen Sachstandsberichts bestätigen das nochmals eindeutig.

Wie weit der Klimawandel bereits fortgeschritten ist, offenbaren neue Erkenntnisse aus der Arktis. Im Gegensatz zu den früheren IPCC-Berichten ist nun deutlich, dass es zum Ende mancher Sommer in Zukunft voraussichtlich so gut wie kein Meereis geben wird. Die globale Oberflächentemperatur hat sich inzwischen um etwa 1,09 Grad Celsius (2011-2020) im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten (1850-1900) erwärmt. Jedes der vergangenen vier Jahrzehnte war wiederum wärmer als jedes vorangegangene Jahrzehnt seit 1850. Seit 1970 hat sich die global gemittelte Oberflächentemperatur noch schneller erhöht – diese jüngste Rate der Erwärmung ist beispiellos seit mindestens 2.000 Jahren.

"Viele Veränderungen im Klimasystem werden in unmittelbarem Zusammenhang mit der zunehmenden globalen Erwärmung größer. Es geht nun darum, die Treibhausgas-Emissionen sofort, schnell und drastisch zu reduzieren. Ansonsten wird die Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitraum unerreichbar sein", ergänzt Eyring. In allen fünf Szenarien des Berichts wird die globale Erwärmung in den nächsten 20 Jahren diese Marke mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent überschreiten.

"Seit mehr als 30 Jahren veröffentlicht der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) als Einrichtung der UN seine Sachstandsberichte zum Zustand des globalen Klimas. Die Fakten aus den anerkannten Veröffentlichungen bieten eine Basis für wissenschaftsfundierte Handlungsalternativen politischer Entscheidungsträger. Das DLR trägt mit seinen Möglichkeiten in der weltraumgestützten Erdbeobachtung und dem Einsatz von Forschungsflugzeugen aktiv zum Entstehen einer umfassenden Datenbasis bei," erläutert Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR, "Mehr denn je benötigen wir die Auswertung von Klimadaten, um die Folgen des menschlichen Einflusses auf das Klima zu analysieren. Die Synergien der Forschungsbereiche des DLR ermöglichen uns, Technologien für eine klimaverträgliche Mobilität zu entwickeln. Dazu gehören nachhaltige Verkehrskonzepte ebenso wie auch die Erforschung neuer Energieträger auf regenerativer Basis."

Quelle: DLR

"Studie der Weltorganisation für Meteorologie" veröffentlicht

Meerestemperaturen schwanken wie noch nie

Quelle: Neues Deutschland, 25.08.2021
"Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Brände - 2020 waren Lateinamerika und die Karibik die weltweit von Naturkatastrophen am meisten betroffene Region. Das geht aus einer Studie hervor, die die WMO vor wenigen tagen veröffentlichte. Demnach war 2020 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen in Südamerika... Im südlichen Amazonasgebiet herrschte die schlimmste Dürre seit 50 Jahren. Mittelamerika litt unter einer neuen Rekordzahl von Hurrikanen und Überschwemmungen.
Vor allem die Länder Südamerikas waren von einer großen Hitzewelle betroffen. Vielerorts lag die Temperatur im Jahresdurchschnitt bis zu einem Grad höher als in der Vergleichsperiode 1981 - 2010, heißt es in der Studie. Zahlreiche Temperaturrekorde wurden gebrochen. Bei einigen Messstationen wurden neue Höchsttemperaturen mit bis zu zehn Grad höher als normal registriert. Die Folgen waren neben einer Wasser- und Energieknappheit sowie Ernteeinbußen in der landwirtschaft auch mehr Wald- und Flächenbrände als 2019."

"ES GEHT UM LEBEN UND TOD - Sechs junge Menschen befinden sich seit dem 30. August 2021 im Hungerstreik gegen die Klimapoltik der Regierung"

Seit dem 30. August befinden sich mehrere Aktivisten in einem Hungerstreik. Sie fordern ein öffentliches Gespräch mit den Kanzlerkandidaten und der -kandidatin von Union, SPD und Grünen noch vor der Bundestagswahl am 26. September. In einer Erklärung hieß es: "Wir sind die letzte Generation, die noch handlungsfähig ist. Es gibt nur diesen einen Planeten zum Überleben."

Quelle: Neues Deutschland & tagesschau.de

"Der Autokapitalismus ist am Ende - Tausende protestieren in München gegen die Internationale Automobilausstellung - Kritik an Polizeigewalt und Grundrechtseinschränkungen"

"Rund 25.000 Menschen beteiligen sich in München an Demos und Blockaden gegen die IAA. Attivist/Innen und Medienschaffende beklagen Übergriffe."

Quelle: Neues Deutschland, 13.09.2021

11. ExtremWetterKongress in Hamburg

22.09.2021 - 11. ExtremWetterKongress in Hamburg

Pariser Rahmenabkommen zeigt bisher keine Wirkung auf das Klimasystem – Gefahr extremer Wettereignisse nimmt weiter zu

Quelle: www.dwd.de

Greenhouse Gas Bulletin: Ein weiteres Jahr, ein weiterer Rekord

Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen gefährdet die Temperaturziele des Pariser Abkommens

Genf, 25. Oktober 2021 (WMO) - Die Menge an wärmespeichernden Treibhausgasen in der Atmosphäre hat im vergangenen Jahr erneut einen neuen Rekordwert erreicht, mit einer jährlichen Steigerungsrate über dem Durchschnitt von 2011-2020. Dieser Trend hat sich laut Greenhouse Gas Bulletin der World Meteorological Organization (WMO) im Jahr 2021 fortgesetzt .

Quelle: https://public.wmo.int

COP 26: UN-Klimakonferenz in Großbritanien und in Italien

COP 26

01.11.2021 - 12.11.2021

Ort: Glaskow

AR6 - AG II / Arbeitsgruppe II: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit

WGII: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit

Sechster IPCC-Sachstandsbericht
Arbeitsgruppe II: Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit

Beitrag von Arbeitsgruppe II zum Sechsten IPCC-Sachstandsbericht (AR6-WGII) wurde bei der 55. IPCC-Plenarsitzung (14.-27. Februar 2022, virtuell) verabschiedet.

Der Bericht bewertet die Folgen des Klimawandels. Dabei werden Ökosysteme und die biologische Vielfalt weltweit bis hin zur regionalen Ebene sowie die Folgen für Mensch und Gesellschaft, Kulturen, Siedlungen und Infrastrukturen betrachtet. Der Bericht untersucht Verwundbarkeiten sowie Anpassungskapazitäten und -grenzen natürlicher Systeme und menschlicher Gesellschaften. Auf diese Weise liefert er Informationen über Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen zur Verringerung klimabedingter Risiken und zeigt Optionen für die Schaffung einer nachhaltigen, resilienten und gerechten Zukunft für alle auf.

Quelle: www.de-ipcc.de

"FRIEDE MUSS BEWAFFNET SEIN!"

"FRIEDE MUSS BEWAFFNET SEIN!"
100 000 000 000 Euro umfasst die von der Ampel-Koalition angekündigte einmalige Sonderzuteilung an die Bundeswehr. Die Summe steht neben dem normalen Verteidigungshaushalt, der sich seit 2010 von rund 31,2 Milliarden Euro auf gegenwärtig 50,3 Milliarden erhöht hat. Scholz versprach in seiner Regierungserklärung eine Verstetigung dieses Etats. Denn Deutschland werde nun jährlich mehr als die von der Nato geforderten zwei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt ins Militär leiten.

Quelle: nd-aktuell.de, 04.03.2022

"FRIEDE MUSS BEWAFFNET SEIN?"   NEIN!!!

"Vier Milliarden für Ökosysteme"

Quelle: Deutschlandfunk

Vier Milliarden Euro für „natürliche Ökosysteme"

Bundesumweltministerin Lemke (B'90/Grüne) hat ein Aktionsprogramm zum natürlichen Klimaschutz in Deutschland vorgestellt. Ziel sei die Stärkung der biologischen Vielfalt und die Vorsorge vor den Folgen des Klimawandels. Das Aktionsprogramm umfasst mehrere Handlungsfelder.

29.03.2022

Zahl an Dürren um 29 Prozent seit 2000 gestiegen

Abidjan - Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl und Dauer von Dürreperioden global gesehen um 29 Prozent gestiegen.

15.05.2022

Das geht aus dem UN-Dürrebericht hervor, der am Mittwoch auf der 15. Weltbodenkonferenz im westafrikanischen Abidjan, der ehemaligen Hauptstadt und heutigen Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste, vorgestellt wurde. Der wirtschaftliche Schaden durch Dürren wird in dem Bericht allein für die Jahre von 1998 bis 2017 mit rund 124 Milliarden Dollar (117 Milliarden Euro) beziffert.

«Land trocknet aus, fruchtbarer Boden verwandelt sich in Staub», warnte Ibrahim Thiaw, Exekutiv-Sekretär des internationalen Abkommens zum Schutz der Böden (UNCCD). «Dürren gehören zu den größten Bedrohungen einer nachhaltigen Entwicklung.»

Doch während dramatischer Mangel an Wasser, Verlust fruchtbaren Landes und anhaltende Trockenheit bislang vor allem unterentwickelte Länder wie etwa im Sahel getroffen hätten, seien zunehmend auch andere Regionen betroffen. Thiaw hatte bereits am Vortag die zunehmenden Dürren auch in Europa als «Weckruf für die Europäer» bezeichnet. «Kein Land ist immun gegen Dürre», betonte er.

Ist von Dürre die Rede, denken die meisten vermutlich an die Ausbreitung der Wüstengebiete im Sahel und an die wiederholten Hungerkatastrophen nach Dürre am Horn von Afrika, etwa in Äthiopien und Somalia, wo auch derzeit wieder viele Menschen seit Monaten vergeblich auf Regen warten.

Tatsächlich ist Afrika dem Bericht zufolge stärker von Dürre betroffen als jeder andere Kontinent. In den vergangenen hundert Jahren wurden dort mehr als 300 Dürreereignisse verzeichnet, heißt es in dem Bericht. Das seien 44 Prozent der Dürren weltweit. Zudem erlebe Afrika südlich der Sahara in dramatischer Weise die Auswirkungen des Klimawandels. Extremwetterereignisse wie Dürre treten häufiger und intensiver auf.

Doch auch in Europa wurden im vergangenen Jahrhundert immerhin 45 größere Dürren verzeichnet, die Millionen Menschen trafen und einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von 27,8 Milliarden Dollar verursachten. Inzwischen seien rund 15 Prozent der Landfläche und etwa 17 Prozent der Bevölkerung der EU von Dürre betroffen, so der UN-Bericht. Die jährlichen wirtschaftlichen Verluste in der EU und in Großbritannien beliefen sich inzwischen auf neun Milliarden Euro jährlich.

«Jedes Jahr verliert die Welt eine Fläche mit fruchtbaren Böden vom Ausmaß Bulgariens», sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Abidjan. «Das müssen wir stoppen. Ohne fruchtbare Böden gibt es auch keine Nahrungsmittel.»

Die Bilanzen des Deutschen Wetterdienstes weisen schon seit Jahren immer wieder nicht nur Temperaturanstiege im Vergleich zu früheren Zeiten auf, sondern auch Niederschlagsmangel. Gerade im Nordosten Deutschlands klagen die Landwirte schon seit Jahren regelmäßig über Dürreprobleme. Im April etwa fielen dort teilweise nur 25 Liter Regen pro Quadratmeter und verstärkten das bereits bestehende Niederschlagsdefizit. Der Dürremonitor des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung zeigt bereits jetzt in weiten Teilen Brandenburgs, aber auch in Regionen Niedersachsens außergewöhnliche oder extreme Dürre im Gesamtboden aus.

Allein in diesem Jahr sind nach UN-Angaben nahezu 160 Millionen Kinder schwerer und anhaltender Dürre ausgesetzt, mehr als 2,3 Milliarden Menschen weltweit sind unzureichend mit Wasser versorgt. Bis zum Jahr 2040 könnte nach UN-Schätzungen jedes vierte Kind weltweit von Wassermangel betroffen sein.

Eine Entwarnung ist nicht in Sicht: Im Jahr 2050 könnten mehr als drei Viertel der Weltbevölkerung von Dürre betroffen sein. Dem Bericht zufolge dürften dann zwischen 4,8 und 5,7 Milliarden Menschen in Gebieten leben, in denen mindestens für einen Monat im Jahr Wassermangel herrscht. Derzeit gilt das für 3,6 Milliarden Menschen. dpa

Quelle: proplanta.de

"Gipfelbeschlüsse"

G7-Staaten bekennen sich zum Ausstieg aus Kohleverstromung bis 2035

Die sieben führenden Industriestaaten G7 wollen ihre Klimaschutzmaßnahmen verstärken. Das geht aus dem Abschluss-Kommuniqué der Energie- und Umweltminister hervor, die zwei Tage lang in Berlin beraten haben. Demnach wollen die G7-Staaten ihre Kohleverstromung bis 2035 weitgehend beenden. Erste Reaktionen von Klima- und Umweltschützern fielen positiv aus.

Quelle: deutschlandfunk.de, 27.05.2022

"EU wird zur Rüstungsunion" und konterkariert damit u. a. die Agenda 2030-Ziele

Die Europäische Kommission will die Waffengeschäfte der 27 Mitgliedsstaaten ankurbeln und zentral koordinieren

..."Die Nachrichtenagentur 'Bloomberg' zitiert aus einem Dokument, wonach es einen ganzen Instrumentenkasten geben soll, aus dem sich rüstungswillige Staaten bedienen dürfen....

In dem 'Bloomberg' zugespielten Dokument heißt es, dass die Mitgliedsstaaten ihre Verteidigungshaushalte in den kommenden Jahren um fast 200 Milliarden Euro aufstocken werden."

Quelle: nd DER TAG 19.05.2022

Am 09.12.2012 erhielt die Europäische Union den Friedensnobelpreis?! 

"Inselstaaten in der Dreifachkrise"

"UN-Botschafter Walton Webson aus Antigua & Barbuda über Auswege aus Corona, Klimawandel und Überschuldung"

Kleine Inselstaaten wie Antigua und Barbuda waren bereits vor der Covid-19-Pandemie besonders anfällig für Überschuldung. Gründe dafür sind eine wenig differenzierte Wirtschaft und eine besondere Bedrohung durch den Klimawandel mit zunehmenden extremen Wetterereignissen, wie Hurrikanen.

Auswege aus der von Dr. W. Webson als "zerstörerisch" bezeichneten Notlage sieht er in einer Ausweitung des bestehenden Schuldenmoratoriums (SIDS) auf alle kleinen Inselentwicklungsstaaten durch eine Drängen innerhalb der UN auf einen Wandel sowie durch bilaterale Partnerschaft.

Quelle: nd DIE WOCHE 28./29.05.2022

"Nicht allein Putins Schuld"

"Weltweit steigen die Preise für Agrargüter. Das liegt am Krieg, am Klima und an Martmechanismen"

.......... "Zwischen 2015 und 2020 dümpelte der FAO-Nahrungsmittelpreisindex zwischen 93 und 98. 2021 schoss er auf 126 und bis vor dem Krieg auf 136. Ursachen waren Lieferkettenprobleme, Missernten und eine globale Nachfrage, die durch den Post-Corona-Wirtschaftsboom in die Höhe getrieben worden war. Schon seit Herbst 2021 überstiegen die Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe wie Getreide und Pflanzenöle die Hochpreisniveaus der Nahrungskrisen vor gut einem Jahrzehnt....
Preistreibend wirkt also weniger akuter globaler Mangel an Agrargütern, sondern die Unsicherheit über die Zukunft....
Zwangsläufig ist die Hungersnot allergings nicht. Erstens ist alles eine Frage des Geldes, das vor allem hochverschuldeten Ländern fehlt. Zweitens sind große Reserven vorhanden.... Allein die USA und Kanada verfügen über 44 Millionen Tonnen Weizen in ihren Speichern.
Kritikwürdig ist weiterhin, dass allein die EU im Wirtschaftsjahr 2021/2022 30 Millionen Tonnen Weizen als Viehfutter verwendete.
Und schließlich fordern die unterbliebenen Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe ihren Preis: wurden früher wetterbedingt schlechte Ernten in einer Weltregion durch bessere Ernten anderenorts ausgeglichen, so wächst mit dem Klimawandel die Gefahr, dass viele Regionen gleichzeitig betroffen werden."

Quelle: nd DIE WOCHE 28./29.05.2022

Bundestag beschließt Grundgesetzänderung für 100 Mrd. Euro-Paket!!!

Bundeswehr
Bundestag beschließt Grundgesetzänderung für Sondervermögen
Erster Schritt zum 100-Milliarden-Paket für die Bundeswehr: Mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit hat der Bundestag zugestimmt, das geplante Sondervermögen durch eine Änderung im Grundgesetz abzusichern.

03.06.2022, 16.08 Uhr Quelle: DER SPIEGEL

"Ampel & Union mißbrauchen Grundgesetz"

Dietmar Bartsch: "Die Bundeswehr leidet nicht an Geldmangel sondern an Steuergeldverbrennung. 100 Miliarden für Aufrüstung mit Verfassungsrang ist ein historischer Fehler."
Dr. Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender
Quelle: www.linksfraktion.de

"Zweite Meeresschutzkonferenz der UN" / 27.06.-01.07.2022 / Lissabon

Meereskonferenz der UN
"Wir müssen schneller handeln"

27.06.2022 - 01.07.2022 / Lissabon

Stand: 27.06.2022 10:02 Uhr
Vermüllung, Überfischung, Klimakrise: Der Zustand der Meere ist besorgniserregend. Experten fordern dringend einen besseren Schutz. Auch UN-Generalsekretär Guterres mahnte im Vorfeld der Meereskonferenz in Lissabon mehr Tempo an.Wie die Weltmeere besser geschützt und möglichst nachhaltig genutzt werden können, darum geht es bis Freitag bei der zweiten Meereskonferenz der Vereinten Nationen in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Erwartet werden bis zu 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer - unter anderem aus Politik, Wissenschaft, Unternehmen sowie Nichtregierungsorganisationen. Weltweit werden die Ozeane von Vermüllung, Überfischung und der Erderwärmung zunehmend in Mitleidenschaft gezogen.Man müsse schneller handeln, forderte UN-Generalsekretär António Guterres bei einem Vorab-Treffen mit Jugendlichen in Carcavelos, einer Stadt an der portugiesischen Atlantikküste. Guterres sagte, die Welt bewege sich "zu langsam", um den Zustand der Ozeane zu verbessern. Es sei an der Zeit, den bisherigen Umgang mit den Weltmeeren "scharf zu verurteilen". Er soll heute auf der Ozeankonferenz in Lissabon sprechen.

Beratungen über besseren Schutz der Ozeane bei Meereskonferenz der Vereinten Nationen1 Min
Beratungen über besseren Schutz der Ozeane bei Meereskonferenz der Vereinten Nationen
Stefan Schaaf, ARD Madrid, tagesschau 17:00 Uhr, 27.6.2022
Auf Twitter entschuldigte sich Guterres - wie es hieß - "stellvertretend im Namen seiner Generation". Man habe den Ozean nicht richtig geschützt. Schon gestern schrieb er auf der Plattform zudem: "Der Ozean kann unser größter Verbündeter sein, wenn es darum geht, auf planetare Krisen wie Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltverschmutzung zu reagieren."

Die Weltmeere bedecken mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche und beherbergen über 80 Prozent des Lebens auf dem Planeten. Für Milliarden Menschen sind sie Arbeits- und Ernährungsgrundlage. Die Ozeane sind außerdem ein entscheidender Bestandteil des globalen Klimasystems. Sie produzieren über die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen, und absorbieren rund ein Viertel aller CO2-Emissionen.Deutschland plant Meeresabteilung im UmweltministeriumMeeresschutz helfe im Kampf gegen die Klimakrise, die Verschmutzungskrise und das Artensterben, sagte auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke. Sie hat zum Auftakt der Konferenz eindringlich einen besseren Schutz der Weltmeere gefordert. Dass diese gesund seien, sei für die Menschen überlebenswichtig. "Deshalb müssen wir vom Reden ins Handeln kommen und dem Meeresschutz viel höhere Priorität einräumen", forderte die Grünen-Politikerin in einer Erklärung.
Wenn wir das Zerstören der Meere nicht beenden, gefährden wir nicht nur wunderbare Naturschätze, sondern auch unsere eigenen Lebensgrundlagen.
Man müsse übergreifender denken und den Schutz der Meere und Ozeane mit natur- und umweltverträglicher Nutzung in Einklang bringen. Lemke verwies auf eine nationale Strategie, die Deutschland zur Stärkung des Meeresschutzes erarbeite. Eine eigene Unterabteilung Meeresschutz werde gerade innerhalb des Ministeriums aufgebaut. Zudem werde noch in diesem Sommer der erste Meeresbeauftragte der Bundesregierung seine Arbeit aufnehmen.

Quelle: www.tagesschau.de/ausland/europa/meereskonferenz-un-lissabon-101.html

EU-Parlament stimmt für Aufnahme von Gas- und Atomkraft in die Taxonomie

06.07.2022
EU-Parlament stimmt für Aufnahme von Gas- und Atomkraft in die Taxonomie

EU-Parlament nimmt Vorschlag der Kommission zu Gas und Atomkraft in der Taxonomie an
Gas- und Atomkraftwerke gelten ab 2023 in der EU unter bestimmten Bedingungen als „grün"
Experten: Entscheidung untergräbt den Sinn der Taxonomie
Das EU-Parlament hat heute für den umstrittenen Vorschlag der EU-Kommission gestimmt, Gas- und Atomkraft in die Taxonomie aufzunehmen [I]. Ab 2023 gelten somit Investitionen in diese Technologien unter bestimmten Bedingungen in der EU als „grün". 278 Abgeordnete stimmten gegen den Vorschlag der Kommission. Um den Rechtsakt abzulehnen, wäre eine absolute Mehrheit von 353 Stimmen nötig gewesen.

Gas- und Atomkraft werden somit als „Übergangstätigkeiten" in die Taxonomie aufgenommen – also als Tätigkeiten, die den Übergang zur Klimaneutralität beschleunigen [II]. Für Atomkraft gilt das aber nur dann, wenn die Anlagen hohen Sicherheitsstandards entsprechen und es ein Konzept für die Endlagerung des Atommülls spätestens ab 2050 gibt. Für Erdgas gilt die Bedingung, dass Anlagen Kohlekraftwerke ersetzen müssen und bis 2035 auf erneuerbare oder CO2-arme Gase – beispielsweise grünen Wasserstoff – umgestellt werden müssen.

Die EU-Taxonomie ist seit Beginn des Jahres 2022 in Kraft und definiert, welche Tätigkeiten unter welchen Bedingungen in der EU als nachhaltig gelten. Ziel der Taxonomie ist, Greenwashing zu verhindern und Investitionen in nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten zu stärken. Über die Regelungen für Atom- und Gaskraftwerke in der Taxonomie hat das Parlament heute separat in einem delegierten Rechtsakt abgestimmt. Nach heftigen Diskussionen in Politik und Medien und trotz scharfer Kritik von Umweltverbänden hat das Parlament den Rechtsakt angenommen.

Quelle: www.sciencemediacenter.de

1023. Sitzung des Bundesrates am 08.07.2023

In seiner letzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause hat der Bundesrat 16 Gesetze aus dem Bundestag gebilligt. Damit ist der Weg frei für das so genannte Osterpaket mit mehreren Vorlagen zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien und zur Sicherung der Gasversorgung.

Schnellerer Ökostrom-Ausbau beschlossen

Beschluss des Bundestages
Schnellerer Ökostrom-Ausbau beschlossen
Stand: 07.07.2022 15:45 Uhr
Bis 2030 sollen 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen - ein entsprechendes Gesetzespaket hat der Bundestag beschlossen. Dazu wurden die Ausbauziele für Solar- und Windenergie sowohl an Land als auch auf See angehoben.Der Bundestag hat ein umfangreiches Gesetzespaket für einen schnelleren Ausbau des Ökostroms aus Wind und Sonne in Deutschland beschlossen. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) sagte, das Paket sei das größte im Energiebereich der letzten Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte. Damit würden notwendige und dringend erforderliche Veränderungen umgesetzt. Die Gesetzesvorhaben müssen am Freitag noch den Bundesrat passieren.

Quelle: www.tagesschau.de

Keine Erneuerbaren Energieträger in Naturschutzgebiete!

Die Partei DIE LINKE. mahnt an, keine EE in Naturschutzgebieten zu errichten, sondern auf Truppenübungsplätzen.

Quelle: Deutschlandfunk, 08.07.2022

13. Petersberger Klimadialog: Startschuss für UN-Klimaverhandlungen

13. Petersberger Klimadialog: Startschuss für UN-Klimaverhandlungen
18. Juli 2022

Zentrales Ziel des Petersberger Klimadialogs, der vom 17. bis 19. Juli in Berlin stattfindet, ist es, das Vertrauen sowohl in die multilateralen Klimaverhandlungen als auch zwischen den Staaten zu stärken. Neben den größten CO2-Emittenten wie den USA, China und Indien sitzen auch stark betroffene Inselstaaten wie die Marshallinseln mit am Verhandlungstisch. Neben Emissionsminderung und Anpassung steht auch eine langjährige Forderung vieler von der Klimakrise besonders betroffener Staaten auf der Agenda: Finanzielle Unterstützung bei der Bewältigung von Schäden und Verlusten infolge des Klimawandels.

Das Treffen von Regierungsvertretern aus 40 Ländern dient der Diskussion wichtiger Klimaschutzabkommen und der Vorbereitung der Weltklimakonferenz COP27 im ägyptischen Scharm El Sheikh (7.-18. November 2022).

Die Aussichten, bahnbrechende, breit getragene Entscheidungen auf den Weg zu bringen, scheinen in diesem Jahr so gering wie nie zuvor, während neue Hitzewellen die Welt heimsuchen. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und seine globalen Auswirkungen binden alle Aufmerksamkeit. Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie eng die Energiewende und die enorme Abhängigkeit von russischem Gas miteinander verbunden sind. Jetzt braucht der Kampf gegen die globale Erwärmung einen neuen Plan. Umso wichtiger ist es, schon jetzt über die Zukunft des Planeten zu sprechen.

Petersberger Klimadialog im Zeichen der globalen Krisen

Beim 13. Petersberger Klimadialog geht es auch darum, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und ärmere Länder bei der Umstellung auf nachhaltige Energiequellen zu unterstützen, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. In seiner Videoansprache zum Petersberger Dialog warnte UN-Generalsekretär António Guterres vor einem Nachlassen der Ambitionen beim Klimaschutz: „Die Treibhausgaskonzentrationen, der Anstieg des Meeresspiegels und die Erwärmung der Ozeane haben neue Rekorde erreicht. Die Hälfte der Menschheit befindet sich in der Gefahrenzone von Überschwemmungen, Dürreperioden, extremen Stürmen und Waldbränden. Und doch machen wir weiter mit unserer Gier nach fossilen Brennstoffen."

Ursprünglich wollten die Industrieländer bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung von Klimaprojekten in ärmeren Ländern des globalen Südens bereitstellen. Doch sie haben das Ziel verfehlt. Insgesamt werden nur 80 Milliarden erwartet – die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor. Nun sollen die 100 Milliarden jährlich bis 2023 kommen. Daran werden die Empfängerländer des Globalen Südens die Industriestaaten beim Petersberger Klimadialog sicher erinnern.

UN-Generalsekretär Guterres rief in seiner Videobotschaft zu einer stärkeren Zusammenarbeit auf: „Was mich am meisten beunruhigt, ist, dass wir es angesichts dieser globalen Krise nicht schaffen, als multilaterale Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Die Nationen spielen weiterhin das Spiel der Schuldzuweisungen, anstatt Verantwortung für unsere gemeinsame Zukunft zu übernehmen. Wir müssen auf der COP27 zeigen, dass eine Revolution der erneuerbaren Energien im Gange ist."

Quelle: unric.org

Zum Tod von James Lovelock

Am 26. Juli 2022 stirbt mit James Lovelock, unabhängiger britischer Wissenschaftler und Umweltschützer mit Universitätsabschlüssen in Chemie, Medizin und Biophysik, einer der ge-nialsten Botschafter und Visionäre für die Bewahrung des Lebens auf unserem Planeten Erde!!!

"Gesunde Umwelt ist Menschenrecht"

"Alle Menschen haben das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt, das hat die UN-Vollversammlung Ende Juli 2022 anerkannt. 161 Länder stimmten für die Resolution als eigenständiges Menschenrecht; nur acht enthielten sich.

Staaten, internationale Organisationen, Wirtschaftsunternehmen müssen ihre Anstrengungen für eine gesunde Umwelt für alle verstärken. Das ist ein großer Erfolg und ein wichtiger Schritt, den Umweltorganisationen schon lange gefordert haben.

Die Vereinigung der indigenen Organisationen Amazoniens (COICA) begrüßt den Beschluss: 'Für uns, die wir direkt mit der Natur verbunden sind, bedeutet die Verletzung der Umwelt auch die Verletzung unserer Rechte und umgekehrt. Zumal indigene Naturschützer ermodert und kriminalisiert werden, wenn sie ihr Land schützen, um eine gesunde Umwelt auch für künftige Generationen zu garantieren.'"

Quelle: Regenwald Report 3 / 2022

„´Der Kongress ist überzeugt, dass eine sichere und gesunde Umwelt eine Voraussetzung dafür ist, die Menschenrechte wahrzunehmen, und dass dies eine gemeinsame Verantwortung ist. Was wir wollen, ist eine ‚grüne Lesart' der Europäischen Charta der kommunalen Selbstverwaltung, das heißt die Auslegung ihrer Bestimmungen aus der Perspektive des Umweltschutzes, sowie die Stärkung der Position der Gemeinden und Regionen bei umweltpolitischen Entscheidungen`, unterstrich der Menschenrechtssprecher des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarats, Harald Bergmann (Niederlande, ILDG),  mit Bezug auf den Bericht, den der Monitoring-Ausschuss am 30. Juni in Istanbul verabschiedet hat und der auf der 43. Kongresssitzung (25. bis 27. Oktober 2022) debattiert wird."

Quelle: coe.int

"Gasumlage beschlossen - Zusatzkosten von mehreren hundert Euro für Privathaushalte"

Gasumlage ab 1. Oktober 2022
Preisanpassung zur Stabilisierung des Gasmarkts
Russland liefert erheblich weniger Gas nach Deutschland. Importeure müssen unter hohen Kosten Ersatz beschaffen und benötigen Unterstützung, um die Versorgung mit Erdgas weiter sicherzustellen. Die Bundesregierung schafft einen finanziellen Ausgleich in Form einer Umlage.

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck: „Die befristete Umlage ist eine Folge der durch Russland verursachten Krise. Sie ist kein leichter Schritt, aber sie ist nötig, um die Wärme- und Energieversorgung in den privaten Haushalten und in der Wirtschaft zu sichern. Dabei werden die Kosten möglichst solidarisch verteilt: Die betroffenen Gasimporteure tragen bis zum Oktober alle Kosten für die Ersatzbeschaffung allein. Danach werden diese gleichmäßig auf viele Schultern verteilt. 10 Prozent der Kosten tragen die betroffenen Gasimporteure für die Zeit der Umlage selbst."

Verringerung des Gasimports durch Russland
Das Energiesicherungsgesetz ermöglicht eine saldierte Preisanpassung, wenn eine erhebliche Reduzierung der Gasimportmengen nach Deutschland unmittelbar bevorsteht oder von der Bundesnetzagentur festgestellt worden ist. Seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine kam es immer wieder zu Reduzierungen der Gasimportmengen von der russischen Seite. Ab dem 27. Juli 2022 wurde die Belieferung auf 20 Prozent gedrosselt. Russland setzt Erdgas als politisches Druckmittel ein. Aus dem willkürlichen Verhalten der Russischen Föderation ergibt sich ein hohes Risiko, dass die Lieferungen noch weiter gedrosselt werden.

Quelle: bundesregierung.de Menü / Energie- und Klimaschutz

Gedanken: Warum wird die GASUMLAGE nicht als Chance des sparsameren Umgangs mit der Ressource "Energie" und als damit verbundene Möglichkeit sowie als dringendes Erfordernis der Reduktion von TreibHausGas-Emissionen verstanden?!

DIE STRAHLENDEN VERLIERER - MINISTER DER GRÜNEN STELLEN SICH NACH DEM MACHTWORT VON (BUNDESKANZLER) SCHOLZ IN DER AKW-DEBATTE GEGEN IHRE BASIS

Der Parteitagsbeschluss der Grünen zum Steckbrief von Atomkraftwerken ist nichts mehr wert, seit Bundeskanzler Olaf Scholz in dieser Frage von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch machte

"Wirtschaftsminister Robert Hebeck erklärte am Montagabend (19.09.2022), dass er mit der Entscheidung von Scholz, wonach alle drei deutschen Atomkraftwerke (Isar 2, Neckerwestheim 2 und Emsland) bis Mitte April kommenden Jahres am Netz bleiben werden', gut arbeiten und leben könne.'

.... Mit der Entscheidung von Scholz sei 'jetzt sichergestellt, dass der Atomausstieg längstens bis zum 15.4. komplett zu Ende ist.', so die Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Britta Haßelmann. 'Es werden keine neuen Brennelemente angeschaft.'

Die Partei hatte jahrelang für den Ausstieg aus der Kernenergie gekämpft, der eigentlich zum Jahreswechsel gesetzlich festgeschrieben worden war."

Quelle: nd DER TAG 19.10.2022

Nach dem 100-Milliarden-Euro-Rüstungspaket (er)trägt die grüne Basis die "Atom-Laufzeit-Verlängerung (mit)?! Diese Entwicklung sollte nicht nur mich sehr beunruhigen.
Kerstin Richter

Tod im Kampf für Wildnis und Natur

Im Jahr 2020 wurden 227 Indigene, Umweltaktivist*innen und Journalist*innen wegen ihres Kampfes für den Erhalt natürlicher Systeme, insbesondere der Regenwäldern Brasiens, Mexikos und der Phylippinen, ermordet!

Quelle: DLF, Stern

"Gipfel der Unverbindlichkeiten - Kein Abschied von fossilen Brennstoffen auf der UN-Klimakonferenz"

Die 27. Weltklimakonferenz 2022 ( Conference of the Parties ( COP ) ) fand vom 06. bis 18.11.2022 in Scharm El-Scheich (Ägypten) statt.

Lt. nd DER TAG, wurde das "ZIEL" bekräftigt, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. "Auch wurde anerkannt, dass dafür 'sofortige' und 'nachhaltige' Senkungen der Treibhausgasemissionen erforderlich sind. Diese sollen bis 2030 um 43 Prozent, verglichen mit dem Stand von 1990, sinken. Ein Aktionsprogramm zur Senkung der Emissionen blieb aber ebendso vage wie Forderungen nach einer Abkehr von allen fossilen Energieträgern und zum Ausbau erneuerbarer Energien."

nd DER TAG vom 21.11.2022

15. UN-Biodiversitätskonferenz COP 15 tagt in Monteal

Artenschutz erfordert die großflächige und umfassende Bewahrung mariner und kotinentaler Ökosysteme!

Vom 6. bis 19. Dezember 2022 trafen sich Verantwortungsträger*innen aus knapp 200 Staaten zur 15. UN-Weltnaturkonferenz in Montreal.

"Wenn zwölf Prozent der Landfläche zum Schutz der natürlichen Umwelt unangetastet bleiben sollen, wie es der Brundtland-Bericht 1987 empfahl, wäre die Grenze für ein nachhaltiges Wachstum bereits um 1972 überschritten worden. Kurz gesagt: Die Erde hat ihre Fähigkeit zur Regeneration verloren..."
Quelle: Edward O. Wilson "Die Zukunft des Lebens"

07.12.2022 frei nach DLF (Deutschlandfunk)

Weltweit gehen die Bestände vieler Tier- und Pflanzenarten dramatisch zurück. Dabei sind die biologische Vielfalt und die Leistungen von Ökosystemen wie Nahrung, sauberes Wasser und Luft für das Überleben der Menschheit essenziell. Das Artensterben und der Verlust der Biodiversität sind zusammen mit der Klimakrise eine große Bedrohung für die Stabilität unserer Ökosysteme und die Zukunft des Lebens auf unserem Planeten Erde.
Als Hauptziel wird auf der 15. Vertragsparteienkonferenz der UN-Biodiversitätskonvention (Convention on Biodiversity, kurz CBD) ein „Weltnaturvertrag" angestrebt. Denn weltweit sind eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, warnt der Weltbiodiversitätsrat IPBES, und zwar mit einer Geschwindigkeit, die 100- bis 1.000-mal schneller ist als die bisherige natürliche Wandlungsrate der Natur.
So ist zum Beispiel die Zahl der Brutvögel in den deutschen Agrarlandschaften um ein Drittel zurückgegangen. Sogar ein Allerweltsvogel wie die Feldlerche wird jetzt auf der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt. Der Verlust bei den Insekten fällt sogar noch viel höher aus.
Allerdings fällt das bisher fast nur Fachleuten auf. Denn der Verlust vollzieht sich schleichend über mehrere Jahre hinweg. Und während es die von der Klimaerwärmung ausgelösten Extremereignisse wie Starkregen und Hochwasser immer sofort in die Nachrichten schaffen, ist der Artenverlust nur bei großen, spektakulären Veränderungen eine Meldung wert.
Quelle: DLF (Deutschlandfunk)

07.12.2022 / nd DER TAG

"Auf der Konferenz sollen neue Ziele für den Arten- und Naturschutz beschlossen werden. Diese lösen die 2010 beschlossenen 'Aichi-Ziele' ab, die bis 2020 hätten erreicht werden sollen, aber zu einem großen Teil verfehlt wurden.
Es wird erwartet, dass das neue Abkommen mit den 'Kunming-Zielen' das Versprechen der Länder beinhaltet, 30 Prozent der Land- und Meeresfläche bis zum Jahr 2030 unter Schutz zu stellen. Dieses sog. 30X30-Ziel gilt als höchst ambitioniert, denn bisher stehen nur rund 17 Prozent des Landes und sieben Prozent der Meere unter Schutz."
Quelle: nd DER TAG, 07.12.2022

19.12.2022 Ergebnisse

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

15. Weltnaturkonferenz schafft starke neue Basis im globalen Einsatz gegen Naturzerstörung und Artensterben
Pressemitteilung vom 19. Dezember 2022 | Nach mehrjährigen Verhandlungen ist heute auf der 15. Weltnaturkonferenz (COP15) in Montreal, Kanada, eine Einigung für den globalen Schutz der Natur gelungen. Damit gibt es jetzt eine bessere Basis als je zuvor, den Verlust an biologischer Vielfalt aufzuhalten und umzukehren. Zu den zentralen neuen Zielen gehört, 30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen – unter Wahrung der Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften. Zugleich soll die internationale Finanzierung für den Erhalt der Natur signifikant bis 2025 auf 20 Milliarden US-Dollar und bis 2030 auf 30 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. 2020 betrug die öffentliche Biodiversitätsfinanzierung laut OECD 10 Milliarden US-Dollar.
Entwicklungsministerin Svenja Schulze: „Mit der Einigung von Montreal hat die Weltgemeinschaft eine starke neue Basis gelegt, auf der wir jetzt gemeinsam aufbauen können. Der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist eine zutiefst partnerschaftliche Aufgabe. Jetzt kommt es auf die nationale Umsetzung an – und darauf, dass wir uns gegenseitig dabei unterstützen. Deutschland wird sein internationales Engagement für die Natur in den nächsten Jahren verdoppeln. Das Entwicklungsministerium wird jetzt mit seinen Partnern beraten, wo wir gemeinsam mehr tun können, um Artenvielfalt und Ökosysteme zu erhalten. Denn von der biologischen Vielfalt hängen auch die Entwicklungschancen für Menschen auf der ganzen Welt ab. Naturschutz ist dann erfolgreich, wenn er auch die Menschen sieht. Darum ist es auch ein wichtiges Ergebnis von Montreal, dass indigene Völker und lokale Gemeinschaften als wichtiger Teil der Lösung ausdrücklich gestärkt werden."

Entwicklungs-Staatssekretär Jochen Flasbarth hatte auf Bitten der chinesischen COP15-Präsidentschaft zusammen mit Jeanne d'Arc Mujawamariya, der ruandischen Umweltministerin, eine Vermittlerrolle übernommen. Sie haben beim schwierigen Thema Finanzierung zu den ursprünglich weit auseinanderliegenden Zielen der Industriestaaten auf der einen und den Entwicklungs- und Schwellenländern auf der anderen Seite vermittelt. Denn an der Frage, wer die Kosten für Erhalt und Wiederherstellung von Ökosystemen und den Schutz der Artenvielfalt trägt, drohte die Konferenz bis zuletzt zu scheitern. Nun konnte nach zähen Verhandlungen eine Einigung erzielt werden.

Flasbarth: „Ein neuer globaler Biodiversitätsfonds bei der bestehenden Globalen Umweltfazilität (GEF) soll die Umsetzung der neuen Ziele bis 2030 unterstützen. Das BMZ wird sich als größter Geber der GEF für eine zügige Einrichtung einsetzen und den besseren Zugang zu Finanzmitteln und die Mobilisierung von Privatkapital unterstützen. Neben dem Privatsektor und den Industrieländern ist ausdrücklich auch die Möglichkeit von Beiträgen anderer Länder, die es sich leisten können, erwähnt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Kosten für weltweiten ambitionierten Naturschutz auf mehr Schultern zu verteilen."

Entwicklungspolitisch bedeutsame Ergebnisse
Ambitionierte Schutzziele – mit gutem Management, gemeinsam mit lokaler Bevölkerung und Indigenen

Die Einigung sieht den Schutz von mindestens 30 Prozent der Land- und Wasserfläche bis 2030 vor – unter Wahrung der Rechte der Indigenen und der lokalen Bevölkerung. Denn wo Indigene leben und ihre Rechte gewahrt werden, geht es der Natur besser und wird weniger Wald zerstört. Die Qualität des Schutzes ist entscheidend: Neben der Einbindung Indigener und der lokalen Bevölkerung geht es auch um gutes Schutzgebietsmanagement. So müssen beispielsweise genug Ranger*innen eingestellt werden und auch eine nachhaltige Nutzung muss weiterhin möglich sein. Dies berücksichtigt der in Montreal beschlossene sogenannte globale Rahmen.

Die Bundesregierung hatte in Montreal bereits die Unterstützung von Maßnahmen zur Stärkung indigener Völker und lokaler Gemeinschaften in Höhe von rund 85 Millionen Euro zugesagt.

Mehr Finanzierung für weltweiten Schutz von Arten und Ökosystemen

Ein Ergebnis von Montreal ist, dass sich die Industrieländer am Schutz der biologischen Vielfalt in den Schwellen- und Entwicklungsländern substanziell beteiligen. Die internationalen Finanzflüsse zum Schutz der Natur in Entwicklungsländern sollen auf 20 Milliarden US-Dollar bis 2025 und bis 2030 auf 30 Milliarden US-Dollar jährlich gesteigert werden. 2020 betrug die öffentliche Biodiversitätsfinanzierung laut OECD 10 Milliarden US-Dollar. Um zügig Mittel für die Erreichung der neuen Ziele zur Verfügung stellen zu können, soll ein Biodiversitätsfonds bei der Global Environment Facility eingerichtet werden.

Bereits im September hat Bundeskanzler Olaf Scholz im Rahmen der Generalversammlung der Vereinten Nationen angekündigt, dass Deutschland seine Mittel für den internationalen Naturschutz ab 2025 auf jährlich 1,5 Milliarden Euro verdoppeln wird. Nun wird es darum gehen, diese Zusage mit konkret vereinbarten Maßnahmen vor allem in den Partnerländern mit Leben zu füllen und die nötigen Haushaltsmittel dafür zu mobilisieren. Das BMZ hat die Aufgabe, rund 80 Prozent der deutschen Mittel für den weltweiten Erhalt der Arten und Ökosysteme in konkrete Projekte umzusetzen.

Um das ebenfalls festgelegte globale Mobilisierungsziel von 200 Milliarden US-Dollar für alle biodiversitätsrelevanten Maßnahmen in allen Ländern pro Jahr bis 2030 zu erreichen, braucht es weitere Quellen wie die Privatwirtschaft – und auch Mittel für Biodiversitätsschutz aus den nationalen Budgets von Entwicklungs- und Schwellenländern.

Partner-Regierungen bei der konkreten Umsetzung unterstützen
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Plenarsitzung bei der 15. Weltnaturkonferenz in Montreal
PRESSEMITTEILUNG VOM 17. DEZEMBER 2022
Deutschland und Kolumbien starten Umsetzungs-Initiative
Interner Link
Gemeinsam mit Kolumbien und weiteren Ländern hat Deutschland bei der Weltnaturkonferenz in Montreal eine Initiative gestartet, die Entwicklungsländer bei der raschen Umsetzung ihrer an die neuen globalen Ziele zur Biodiversität angepassten nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne unterstützen wird. Hierfür stellt die Bundesregierung insgesamt 29 Millionen Euro zur Verfügung. Mit einem Anteil von 9 Millionen Euro wird sich das BMZ mit Maßnahmen in ausgewählten Entwicklungsländern engagieren. Diese Pakete zielen auf die nationale Umsetzung der aktualisierten Biodiversitätsstrategien, den Wissenstransfer und Süd-Süd-Austausch ab und beziehen indigene Völker und lokale Gemeinschaften mit ein.

Quelle: www.bmz.de

Stimmen von Umweltverbänden:

Es fehlen konkrete Vereinbarungen zur Umsetzung und messbare Ziele.
www.nabu.de

Das Dokument und viele Zielsetzungen sind recht vage formuliert. Jetzt geht es an die Umsetzung. Dabei ist auch die Bundesregierung gefordert. Sie muss Vorbild sein und starke Gesetze beschließen, um das 6. große Artensterben zu stoppen. Denn auch in Deutschland ist es mit dem Schutz der Natur nicht weit her: Zwar liegen fast 70 Prozent unserer Wälder in Schutzgebieten, aber nicht einmal drei Prozent sind rechtlich verbindlich vor industriellem Holzeinschlag geschützt. Auch hier wird also die Natur - ob im Wald oder Meer - in Schutzgebieten weiter industriell ausgebeutet. Ohne klare Zielsetzungen, Umsetzungsmechanismen und Finanzierungsstrategien der Länder bleibt die Abschlusserklärung nicht mehr als Dokument gut klingender, aber leerer Worthülsen.
www.greenpeace.de

Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ist das deutsche Lieferkettengesetz. Es ist ein deutsches Bundesgesetz, welches das wirtschaftliche Handeln von in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Unternehmen – mit in der Regel 3000 oder mehr inländischen Arbeitnehmern – steuert, indem ihnen menschenrechtliche Sorgfaltspflichten auferlegt werden, die sie innerhalb ihrer Lieferketten zu beachten haben.

Es wurde am 11. Juni 2021 als Artikel 1 des Gesetzes über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten vom Bundestag verabschiedet und am 22. Juli 2021 im Bundesgesetzblatt verkündet und wird zum 1. Januar 2023 in Kraft treten. Ab dem 1. Januar 2024 wird der Schwellenwert für betroffene Unternehmen auf 1000 Mitarbeiter gesenkt.

Mit dem Gesetz werden Unternehmen ab einer bestimmten Größe dazu verpflichtet, die in §§ 3 bis 10 des Gesetzes festgelegten „menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten in angemessener Weise zu beachten mit dem Ziel, menschenrechtlichen oder umweltbezogenen Risiken vorzubeugen oder sie zu minimieren oder die Verletzung menschenrechtsbezogener oder umweltbezogener Pflichten zu beenden" (§ 3 Abs. 1 Satz 1 LkSG).

Das Gesetz geht zurück auf die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen und den Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte von 2016 in der Bundesrepublik Deutschland. Eine repräsentative Untersuchung vom Juli 2020 hatte gezeigt, dass lediglich zwischen 13 und 17 % der befragten Unternehmen die Anforderungen des Nationalen Aktionsplans erfüllen. Rechtlich verbindliche und international anschlussfähige Sorgfaltsstandards sollen nunmehr eine ausreichende Einhaltung gewährleisten.

www.wikipedia.org

Umweltverbände begrüßen die Initiative zum geplanten Lieferkettengesetz, kritisieren aber, dass Umweltaspekte nicht genug berücksichtigt seien.
Miseror und das zivilgesellschaftliche Bündnis „Initiative Lieferkettengesetz" forderten ebenfalls Nachbesserungen. Der BUND, Greenpeace und WWF Deutschland monierten gleichfalls fehlende Haftungsregeln – sowie die fehlende „starke umweltbezogene Sorgfaltspflicht". Kritik gibt es auch daran, dass der Klimaschutz und das Artensterben nicht ausreichend im Gesetz berücksichtigt werde.
Die Deutsche Umwelthilfe sieht in dem Gesetz einen „von Industrieinteressen weichgespülten Minimalkonsens". Das Gesetz decke bloß einen kleinen Teil der Lieferkette ab. „Nur für den eigenen Geschäftsbereich sowie die direkten Zulieferer müssen die Unternehmen Risikoanalyse, Prävention und Abhilfe verpflichtend vornehmen", so die Kritik der Umwelthilfe. Bei mittelbaren Zulieferern müssten Firmen nur anlassbezogen eine Risikoanalyse durchführen, wenn sie „substantiierte Kenntnis" über Missstände erlangen. Damit bleibe gerade der Teil der Lieferkette außen vor, „wo die meisten Umweltrisiken und Menschenrechtsverletzungen stattfinden, etwa in der Landwirtschaft oder im Bergbau".
Strenger als die deutschen Regelungen: das Lieferkettengesetz der EU
Das EU-Parlament hat sich für ein deutlich strengeres Lieferkettengesetz ausgesprochen als die Bundesregierung. Eine breite Mehrheit der Abgeordneten stimmte dabei für weitreichende Sorgfaltspflichten für europäische Unternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte entlang ihrer Lieferkette. Auch kleine und mittlere Unternehmen sollen demnach darunter fallen. Die EU-Abgeordneten fordern zudem, dass Unternehmen auf Schadensersatz für Menschenrechts- und Umweltverstöße verklagt werden können.
Lieferketten – Das europäische Parlament ist strenger als die Bundesregierung
Manche der Forderungen des EU-Palamentes zum Lieferkettengesetz seien begrüßenswert, kommentiert Paul Vorreiter – wie beispielsweise die gesamte Lieferkette in den Blick zu nehmen sowie auch kleine und mittlere Unternehmen einzubeziehen. Doch müsse der Vorschlag Augenmaß halten. Unternehmen dürften nicht Mängel ausbaden, die Fehler von Handelspolitik sind.

https://www.deutschlandfunk.de/sozial-und-umweltstandards-was-im-neuen-lieferkettengesetz-100.html

"Lützi lebt! - Großdemnonstration im Rheinischen Braunkohlerevier!

Am 14.01.2023 demonstrieren 50.000 (Veranstalter) vorwiegend junge Aktivist/Innen im Rheinischen Braunkohlerevier für die UNTERSCHREITUNG bzw. die Einhaltung der 1,5-Grad-Celsius-Grenze!

PANAMA: INTERNATIONALE MEERESSCHUTZ-KONFERENZ

BBNJ: UN-Vertrag zum Meeresschutz
Was mit dem Hochseeabkommen beschlossen wurde

Panama, 04.03.2023

"Die UN-Mitgliedsstaaten haben sich auf ein Abkommen geeinigt, das die Meere jenseits staatlicher Hoheitsgewalt besser schützen soll. Die Hochsee umfasst fast zwei Drittel der Ozeane und ist für Mensch und Klimaschutz von zentraler Bedeutung.
15 Jahre Verhandlungen hat es gebraucht, doch seit den frühen Morgenstunden des 5. März 2023 steht der Text für den international völkerrechtlich bindenden Vertrag über die „Biodiversität jenseits nationaler Gesetzgebung" (BBNJ) zum Schutz der Meere. Er ist die logische Konsequenz der Weltbiodiversitätskonferenz von Montreal im Dezember 2022. Dort hatte sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt, künftig 30 Prozent der Meere bis zum Jahr 2030 als Schutzgebiete auszuweisen. Doch für den fast rechtsfreien Raum der Hohen See gab es bisher weder Institutionen noch Regelwerke, die die Beschlüsse von Montreal hätten umsetzen können.
Die förmliche Annahme des BBNJ-Abkommens schafften die Regierungsdelegationen am Ende einer 36-Stunden-Marathonsitzung nicht mehr. Konferenzvorsitzende Rena Lee stellte aber klar, dass der Text ausreichend stehe, um ihn zu einem späteren Zeitpunkt zu bestätigen, ohne dass Diskussionen 'in der Sache' wiederaufgenommen werden müssten."

Quelle: DLF, 05.03.2022

Nationale Wasserstrategie 2023 - 17.03.2023

Nationale Wasserstrategie
Die deutsche Wasserwirtschaft steht vor neuen Herausforderungen: Klimawandel, demografische Entwicklungen, Landnutzungsänderungen, technologische Neuerungen, verändertes Konsumverhalten und neue politische Rahmenbedingungen bringen umfassende Veränderungen mit sich.

17.03.2023 129
Nationale Wasserstrategie
Am 15.03.2023 wurde die Nationale Wasserstrategie im Bundeskabinett verabschiedet. Mit dieser Strategie und dem dazugehörigen Aktionsprogramm wird die Grundlage für ein zukunftsfähiges Management unserer Wasserressourcen und den Schutz unserer Gewässer gelegt.

Wasserwirtschaft und Gewässerschutz stehen durch ⁠Klimawandel⁠, Globalisierung, diffuse Stoffeinträge und demografischer Wandel vor diversen Herausforderungen. Die Nationale Wasserstrategie zielt darauf auch im Jahr 2050 und darüber hinaus den nachhaltigen Umgang mit unseren Wasserressourcen zu sichern. Auch langfristig soll der Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser erhalten, der verantwortungsvolle Umgang mit Grund- und Oberflächengewässern auch in anderen Sektoren gewährleistet und der natürliche Wasserhaushalt und die ökologische Entwicklung unserer Gewässer unterstützt werden. Die 78 Maßnahmen des Aktionsprogramms zur Nationalen Wasserstrategie sollen schrittweise bis 2023 umgesetzt werden.

Die Strategie gliedert sich in die 10 Strategischen Themen:

Den naturnahen Wasserhaushalt schützen, wiederherstellen und dauerhaft sichern – Wasserknappheit und Zielkonflikten vorbeugen
Gewässerverträgliche und klimaangepasste Flächennutzung im urbanen und ländlichen Raum realisieren
Nachhaltige Gewässerbewirtschaftung weiterentwickeln -guten Zustand erreichen und sichern
Risiken durch Stoffeinträge begrenzen
Wasserinfrastrukturen klimaangepasst weiterentwickeln – vor Extremereignissen schützen und Versorgung gewährleisten
Wasser-, Energie- und Stoffkreisläufe verbinden
Leistungsfähige Verwaltungen stärken, Datenflüsse verbessern, Ordnungsrahmen optimieren und Finanzierung sichern
Meeresgebiete (Nord- und Ostsee) intensiver vor stofflichen Einträgen vom Land schützen
Bewusstsein für die Ressource Wasser stärken
Gemeinsam die globalen Wasserressourcen nachhaltig schützen
Begleitet wird die Nationale Wasserstrategie durch die Publikation „Ausgewählte Fachinformationen zur Nationalen Wasserstrategie" (UBA-Text 86/2021). Hier wird der fachlich-wissenschaftliche Hintergrund für die 10 Strategischen Themen der Nationalen Wasserstrategie dargestellt. Dies umfasst Informationen zum Zustand der Gewässer, zu den Herausforderungen und Anforderungen für die Wasserwirtschaft und den Gewässerschutz sowie zu Wassernutzungen in anderen Sektoren.

Nationaler Wasserdialog und Bürger*innendialog
Der Nationale Wasserdialog und seine Ergebnisse sind ein wesentlicher Baustein für die Entwicklung der Nationalen Wasserstrategie. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und das Umweltbundesamt führten von 2018 bis 2020 den Nationalen Wasserdialog durch. Im Rahmen des zweijährigen Dialogprozess wurden zukünftige Entwicklungen diskutiert, Lösungsstrategien erarbeitet und gemeinsam mit den beteiligten Akteuren wesentliche Maßnahmen identifiziert, um mit zukünftigen Herausforderungen umgehen zu können. Mehr als 300 Teilnehmer*innen aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Forschung, aus Verbänden, Ländern und Kommunen haben am Nationalen Wasserdialog mitgewirkt. Am 08.10.2020 wurde der Nationale Wasserdialog im Rahmen des 2. Nationalen Wasserforum mit einem umfangreichen Abschlussdokument beendet.

Das Bundesumweltministerium ermöglichte im Rahmen des „Nationalen Bürger*innendialogs Wasser" zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands die Mitwirkung bei der Gestaltung der Wasserpolitik der Zukunft. Zwischen Februar und April 2021 wurden in Workshops Ideen für die Sicherung von Wasser, der Lebensressource Nummer eins, entwickelt und zu Papier gebracht. In einem Bürger*innenratschlag formulierten die Bürgerinnen und Bürger Forderungen und Empfehlungen an die Bundespolitik, die im Zuge der Entwicklung der Nationalen Wasserstrategie aufgegriffen wurden und nun umgesetzt werden sollen. Weitere Informationen zum Dialog und zu den Ergebnissen stehen im Schlussbericht zum Nationalen Bürger*innendialog Wasser.

Quelle:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/nationale-wasserstrategie:
~:text=Am%2015.03.2023%20wurde%20die,den%20Schutz%20unserer%20Gew%C3%A4sser%20gelegt.

6. Sachstandsbericht des IPCC veröffentlicht - 20.03.2023

Dieses Jahrzehnt wird entscheidend
Der Weltklimarat hält ein zeitweiliges Überschießen des 1,5-Grad-Klimaziels für entscheidend

»Die Entscheidungen und Maßnahmen, die in diesem Jahrzehnt umgesetzt werden, werden sich jetzt und in den nächsten tausenden von Jahren auswirken.« Das ist der Schlüsselsatz der Zusammenfassung des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC), der am Montag im Schweizer Ferienort Interlaken vorgestellt wurde. Die Menschheit hat nur noch ein sehr begrenztes CO2-Budget, wenn die Klimaerwärmung bei 1,5 oder bei zwei Grad Celsius gestoppt werden soll, wie es im Pariser Klimaabkommen als Ziel festgelegt ist. Um die Erwärmung bei 1,5 Grad mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit zu stoppen, darf die Welt ab diesem Jahr nur noch 380 Milliarden Tonnen CO2 emittieren. Dieses »Guthaben« ist allerdings in weniger als zehn Jahren aufgebraucht, wenn die Emissionen auf dem aktuellen Niveau von 40 Milliarden Tonnen pro Jahr verharren. Folglich ist dieses Jahrzehnt entscheidend.

Für das 1,5-Grad-Ziel müssen die globalen Treibhausgasemissionen bis zum Ende dieses Jahrzehnts um 48 Prozent unter ihrem heutigen Niveau liegen, im Jahr 2050 netto-null erreichen, und anschließend muss der Atmosphäre sogar CO2 entzogen werden. Soll die Erwärmung erst bei zwei Grad gestoppt werden, hat die Menschheit noch ein wenig mehr Zeit. In diesem Fall müssen die Emissionen bis zum Jahr 2040 halbiert werden und bis 2070 auf netto-null sinken. Konkret bedeutet das, dass ein Teil der bekannten Vorkommen an Öl, Kohle und Gas im Boden bleiben muss, denn, wie der Weltklimarat schreibt: »Die prognostizierten CO2-Emissionen aus der bestehenden Infrastruktur für fossile Brennstoffe würden das verbleibende Kohlenstoffbudget für 1,5 Grad überschreiten«. Derart schnelle Emissionsreduktionen seien aber möglich, sagt Alden Meyer vom britischen Thinktank E3G: »Die gute Nachricht des Berichts ist, dass wir immer noch die Möglichkeit haben, den Kurs des Raumschiffs Erde zu korrigieren und auf einen nachhaltigeren Weg zu bringen.«

Der Bericht zeigt, dass das sowohl technisch als auch wirtschaftlich machbar ist. Im letzten Jahrzehnt sind die Kosten für Solarstrom um 85 Prozent, für Windstrom um 55 Prozent und für Batterien um 85 Prozent gesunken. Das hat zur Folge, dass viele Klimaschutzmaßnahmen niedrigere Kosten haben als ihre herkömmlichen Alternativen. Das gilt etwa für Solar- und Windstrom, Elektroautos oder die Förderung des öffentlichen Verkehrs und der Fahrradinfrastruktur. Andere Maßnahmen mit großem Potenzial sind zudem relativ günstig: Der Schutz der Regenwälder kostet weniger als 20 US-Dollar für jede Tonne an dadurch vermiedenen CO2-Emissionen, und in den Böden ließen sich für 50 Dollar pro Tonne große Mengen an zusätzlichem Kohlenstoff speichern. Trotzdem müssen die Investitionen in den Klimaschutz natürlich massiv steigen. Für das 1,5-Grad-Ziel müssen sie bis zum Ende des Jahrzehnts um das Sechsfache erhöht werden. Dieses Geld sei aber vorhanden, so der IPCC: »Angesichts der Größe des globalen Finanzsystems gibt es genügend Kapital, um die globalen Investitionslücken zu schließen.«

Aber selbst wenn es zu dieser Kurskorrektur kommt, werden die Schäden und Verluste in Folge des Klimawandels laut IPCC weiter zunehmen. Dazu gehören mehr Hitzetote, eine Zunahme von Krankheiten und mentalen Problemen, ein Rückgang der Artenvielfalt, mehr Überschwemmungen und in manchen Regionen ein Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge. »Die Risiken sowie die damit verbundenen Verluste und Schäden durch den Klimawandel eskalieren mit jedem Zehntelgrad an zusätzlicher Erwärmung«, stellt der Bericht trocken fest. Doch wenn die Emissionen einmal bei netto-null stabilisiert wurden, nehmen die Erwärmung und die damit verbundenen Folgen zumindest nicht weiter zu. Dies gilt allerdings nicht für den Meeresspiegel. Selbst wenn die Erderwärmung bei 1,5 Grad gestoppt wird, wird der Meeresspiegel – über einen sehr langen Zeitraum – um zwei bis drei Meter steigen. Und auch für den Golfstrom gibt der Bericht nicht wirklich Entwarnung: Es lasse sich nur mit »mittlerer Sicherheit« sagen, dass der Golfstrom nicht bis zum Jahr 2100 »abrupt kollabiert«.

Während aktuell der Fokus auf schnell umsetzbaren Emissionsreduktionen liegen muss, rückt der Bericht aber auch ein Thema ins Blickfeld, das erst längerfristig relevant wird: die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre. Denn »in naher Zukunft wird die globale Erwärmung selbst beim Szenario mit sehr niedrigen Treibhausgasemissionen wahrscheinlich 1,5°C erreichen«, heißt es im IPCC-Bericht. Das bedeute, dass die Temperatur das Ziel »überschießen« wird und anschließend wieder gesenkt werden muss, indem man der Atmosphäre Kohlenstoff entzieht. Dafür gibt es verschiedene Optionen wie Aufforstung, die Ausbringung von Biokohle auf Äckern oder von Gesteinsmehl auf dem Meer. Ob das im nötigen Ausmaß gelingen kann, hängt aber wiederum von den Emissionen der nächsten Jahre ab. Denn »je höher und je länger« das Temperaturziel überschritten werde, desto mehr negative Emissionen seien anschließend nötig, was »Machbarkeits- und Nachhaltigkeitsbedenken sowie soziale und ökologische Risiken im Zusammenhang mit der CO2-Entnahme in großem Maßstab« nach sich ziehe. Kurzum: Auch wenn diese in Zukunft großtechnisch möglich sein sollte, braucht es jetzt eine sehr schnelle Senkung der Treibhausgasemissionen.

Quelle: nd DER TAG   21.03.2023

Waldzustandsbericht 2022 - 21.03.2023

Waldzustandsbericht 2022
Deutscher Wald stark gestresst - 21.03.2023

Die Bäume in Deutschlands Wäldern leiden stark unter den Folgen der Klimakrise. Das zeigt der aktuelle Waldzustandsbericht. Gegenüber dem Vorjahr haben sich keine deutlichen Veränderungen eingestellt, die Schäden sind weiterhin auf dem höchsten Niveau. Die Bundesregierung unterstützt Betriebe beim klimagerechten Waldumbau.

Der Wald ist ein Klimaretter – die Bundesregierung sieht seine Anpassung an den Klimawandel als eine nationale Aufgabe von gesamtgesellschaftlichem Interesse.
Foto: Getty Images/iStockphoto/PJSFOTOMEDIA
Zur Situation der Bäume wird jedes Jahr ein Waldzustandsbericht erstellt. Dazu wird der Kronenzustand bewertet – wie dicht Laub oder Nadeln sind, gilt als Indikator für den Gesundheitszustand. Der aktuelle Bericht zeigt: Weiterhin sind vier von fünf Bäumen krank. Denn der Kronenzustand der Waldbäume hat sich im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Es haben sich keine deutlichen Verbesserungen des Waldzustands eingestellt, aber auch keine deutlichen Verschlechterungen.
Großteil der Baumkronen geschädigt
Nach wie vor ist eine hohe Kronenverlichtung bei allen Arten zu verzeichnen. Der Anteil der Bäume, die keine Kronenverlichtung aufweisen, liegt wie im Jahr 2021 bei nur 21 Prozent.
Der Bericht zeigt auch: Fichten weisen im Vergleich zu anderen Baumarten die höchste Absterberate auf. Bei den Laubbaumarten und der Kiefer ist sie dagegen leicht gesunken. Vor allem ältere Bäume über 60 Jahre sind von Absterbeerscheinungen betroffen. Doch auch bei den jüngeren Bäumen zeigt sich ein negativer Trend.
Ein Drittel der Fläche Deutschlands ist bewaldet. Der Wald besteht zu rund 54 Prozent aus Nadel- und rund 43 Prozent aus Laubbäumen.
Maßnahmen der Bundesregierung
Die Bundesregierung sieht die Anpassung der Wälder an den Klimawandel als eine nationale Aufgabe von gesamtgesellschaftlichem Interesse. Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, sagte bei der Übergabe des Waldzustandsberichts: „Wir müssen weiter entschlossen handeln, damit unsere Wälder in Zukunft der Trockenheit und den höheren Temperaturen trotzen können. Das heißt: Mischwald statt Monokulturen."
Um Waldbesitzerinnen und -besitzer zu unterstützen, diesen Umbau zu meistern, hat die Bundesregierung das Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement" aufgelegt. 900 Millionen Euro stehen dafür bis 2026 zur Verfügung. Für das Jahr 2023 wurden Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro freigegeben. Anträge auf Förderung können bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe gestellt werden.
Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz will die Bundesregierung entscheidend dazu beitragen, den allgemeinen Zustand der Ökosysteme in Deutschland deutlich zu verbessern und ihre Klimaschutzleistung zu stärken. Vier Milliarden Euro stellt sie dafür bis 2026 bereit. Auch hier liegt ein besonderer Fokus auf dem Wald. Er soll hin zu mehr Artenreichtum und Resilienz umgebaut werden. Darüber hinaus sollen von 2023 bis 2030 jährlich 10.000 Hektar Wald neu entstehen. Das Bundeskabinett will in Kürze das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz beschließen. Eckpunkte dazu hat das BMUV im März 2022 vorgelegt.
Ein weiteres Instrument zur Förderung von Klimaschutzleistungen und der Anpassung der Wälder an den Klimawandel ist der Waldklimafonds. Über das bereits 2013 von BMUV und BMEL aufgelegte Förderprogramm wurden bisher rund 500 Projekte gefördert.

„Wir müssen weiter entschlossen handeln", so Bundesminister Özdemir (M.) mit Blick auf den Waldzustandsbericht. An der Berliner Peter-Lenné-Schule nahm er an einer Baumpflanzaktion teil.
Foto: BMEL/photothek.de/Florian Gaertner
Der Wald als Klimaretter
In lebenden Bäumen und im Totholz sind derzeit rund 1,26 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden. Zudem hat die Bodenzustandserhebung im Wald ergeben, dass in der Streuauflage und dem Mineralboden bis 30 Zentimeter Tiefe weitere 850 Millionen Tonnen Kohlenstoff gebunden sind. Bezieht man den darunterliegenden Boden bis 90 Zentimeter Tiefe mit ein, dann übertrifft der Kohlenstoffvorrat im Boden sogar jenen, der in den Bäumen gespeichert ist.
Der Wald in Deutschland entlastet laut Kohlenstoffinventur 2017 die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Allerdings könnten die derzeitigen Waldschäden diese Verhältnisse verändern.
Durch die Speicherung von Kohlenstoff in langlebigen Holzprodukten wird positive Klimawirkung der Wälder weiter verstärkt. Jeder Kubikmeter Holz enthält etwa 0,3 Tonnen Kohlenstoff, der in Produkten wie Gebäuden oder Möbeln jahrzehntelang gebunden ist.

Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/waldzustandsbericht-2022-2172592

16.04.2023: Letzte Atomkraftwerke vom Netz genommen

Mit der Abschaltung der letzten drei Atomkraftwerke: Neckerwestheim 2, Grundremmingen C und Isar 2 wurde die Gewinnung von Strom aus Atomenergie in Deutschland beendet!

Quelle: www.base.bund.de

EU-Taxonomie: Nein zum grünen Label für Atom und Gas

Gegen das „Greenwashing" von Erdgas und Atom - mehrere Umweltverbände ziehen gegen die EU-Taxonomie vor den Europäischen Gerichtshof.

Luxemburg - Europäische Umweltverbände haben beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg zwei Klagen gegen die Einstufung von Erdgas und Atomkraft in der EU-Taxonomie als „nachhaltige" Energieformen eingereicht. Sie kritisieren, dass die EU-Kommission eine Revision ihrer Entscheidung trotz anhaltender Kritik ablehne. Daher solle die „irreführende Taxonomie-Einstufung" gerichtlich überprüft werden.

Ziel der EU-Taxonomie ist es, privaten und öffentlichen Investorinnen und Investoren etwa an den Aktienmärkten Leitlinien für umwelt- und klimafreundliche Investitionsentscheidungen zu geben. Neben Solar- und Windkraft gab die Brüsseler Kommission 2022 nach heftigen Debatten auch den umstrittenen Energieträgern Erdgas und Atomkraft das Öko-Siegel. Für Erdgas hatte sich unter anderem die deutsche Regierung starkgemacht, für die Atomkraft die französische.

Demonstration gegen „Greenwashing"
Eine Gruppe von Verbänden, darunter der BUND, das europäischen Büro des WWF und die Juristenvereinigung Client Earth, konzentriert sich in ihrer Klage auf Erdgas, die Umweltorganisation Greenpeace hingegen greift sowohl Erdgas wie Atomkraft an. Umweltschützer:innen demonstrierten am Dienstag vor dem Gericht in Luxemburg mit Bannern gegen das „Greenwashing".

Nach Einschätzung der Verbände verstößt die EU-Kommission sowohl gegen ihr eigenes Klimagesetz als auch gegen die Taxonomie-Verordnung. Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt sagte dazu: „Wir ziehen vor den Europäischen Gerichtshof, um diese dreiste Form des Greenwashing rechtlich überprüfen zu lassen."

Echten Klimaschutz gebe es nur mit einem Ausbau der erneuerbaren Energien und Energiesparen im großen Stil. Dringend notwendige Investitionen in vermeintliche Brückentechnologien umzuleiten, leiste der Energiewende einen Bärendienst. Client Earth-Juristin Marta Toporek bezeichnete die Einstufung von Erdgas als nachhaltig „klar rechtswidrig". Sie erinnerte daran, dass die Kommission dabei die Einschätzung ihres eigenen wissenschaftlichen Expertenrates missachtet habe. Die Umweltschützer:innen beziehen sich unter anderem auf Bewertungen der Internationalen Energieagentur (IEA) und des Weltklimarats IPCC, wonach keine neuen Öl- und Gasförderungsprojekte begonnen werden dürfen, wenn das 1,5-Grad-Limit der globalen Erwärmung eingehalten werden soll.

Quelle: fr.de (19.04.2023, FrankfurterRundschau)

Erdüberlastungstag in Deutschland

Ressourcenverbrauch: Deutschland lebt wieder auf Pump
Berlin, 04.05.2023

Der viel zu hohe Ressourcenverbrauch in Deutschland und vielen anderen Ländern ist ein Hauptgrund für globale Erwärmung und Artensterben
Olaf Bandt

Am Donnerstag war in Deutschland der Erdüberlastungstag. Das heißt: Ab Freitag leben wir mal wieder auf Pump. Wir überziehen unser Konto jedes Jahr von Neuem auf dramatische Weise und immer auf Kosten anderer – unserer Kinder und Enkel sowie der Menschen im Globalen Süden. Nach nur vier Monaten haben wir alles verschleudert, was uns der Planet an natürlichen Ressourcen für ein Jahr bereitstellt.

Pressen wir unsere Erde weiter so aus, verspielen wir die Lebensgrundlage der Menschen. Die Klimakrise werden wir so beschleunigen. Denn das ökologische Hauptproblem ist die Ressourcenverschwendung. Artensterben und globale Erwärmung sind nur die Symptome.

Quelle: nd DER TAG 04.05.2023

WMO-Erklärung zur globalen Erderwärmung

Erklärung der Weltorganisation für Meteorologie zur globalen Erderwärmung

Laut WMO besteht eine 66-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Erderwärmung in mindestens einem der Jahre 2023 bis 2027 die im Pariser Klimaabkommen vereinbarte 1,5-Grad-Grenze überschreiten wird. Für jedes dieser Jahre prognostizierte die WMO eine Spanne von 1,1 Grad bis 1,8 Grad Celsius.

17.05.2023

Susanne Schaper: Hitzeschutz in Sachsen schnell verbessern – bislang gibt es kaum Hitzeschutzpläne

Susanne Schaper: Hitzeschutz in Sachsen schnell verbessern – bislang gibt es kaum Hitzeschutzpläne

03.07.2023

Mit einer Reihe von Forderungen plädiert die Linksfraktion im Landtag für einen besseren Hitzeschutz in Sachsen (Drucksache 7/13796). Die Staatsregierung soll unter anderem einen landesweiten Hitzeschutz­-Aktionsplan entwickeln, ein Hitzewarnsystem einrichten sowie öffentliche Trinkwasserbrunnen, Kälteräume, Sprühdusch- und Sprühnebelanlagen unbürokratisch fördern. In Pflegeheimen, Krankenhäusern und allen weiteren alters-, pflege- und gesundheits­bezogenen Einrichtungen sollen bauliche Anpassungen erleichtert werden. Wirksamer Hitzeschutz soll in den Präventionsmaßnahmen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes eine größere Rolle spielen.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, erklärt:

„Hitze ist gefährlich, vor allem für Ältere, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen, Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder – sowie für Menschen, die im Freien körperlich anstrengende Arbeiten verrichten müssen, in Gemeinschaftsunterkünften leben oder wohnungslos sind. Die Klimaerhitzung führt auch in Sachsen zu immer häufigeren, extremeren und längeren Hitzewellen. Das Umweltbundesamt warnt: ,Die Auswertung der Klimasimul­ationen zeigt, dass Hitzewellen in einem zukünftigen Klima voraussichtlich signifikant häufiger auftreten und eine längere Dauer sowie größere Intensität aufweisen werden.' Laut dem Robert-Koch-Institut gab es 2022 in Deutschland etwa 4.500 hitzebedingte Todesfälle. Diese Zahl darf nicht steigen, sondern sie muss sinken!

Ich hatte bereits 2022 bei der Staatsregierung nachgefragt (Drucksache 7/10515), welche Kommunen über einen Hitzeschutzplan verfügen. Die Auskünfte waren ernüchternd: ,Dazu liegen Angaben aus neun Landkreisen oder kreisfreien Städten vor. In keiner der Kommunen gibt es danach gültige Hitzepläne. In einer Kreisfreien Stadt soll gemäß Stadtratsbeschluss der Hitzeplan in 2023 fertiggestellt werden. Eine weitere Kreisfreie Stadt rechnet mit Fertigstellung ihres Hitzeplans für 2024. [...] Hierzu liegen Daten zu 200 kreisangehörigen Gemeinden vor. In keiner existiert gegenwärtig ein Hitzeaktionsplan.' Das zeigt: Der Freistaat und seine Kommunen sind schlecht vorbereitet. Das wollen wir dringend ändern, zumal in Sachsen künftig noch mehr ältere Menschen leben werden als bisher."

Quelle: https://www.linksfraktionsachsen.de/presse

Kommt der »Green Deal« in Europa? EU-Umweltausschuss lehnt Gesetz zur Wiederherstellung der Natur ab – das Parlament hat das letzte Wort

Fabian Lambeck, Brüssel 10.07.2023

Nun gibt es endlich Gewissheit. Am 12. Juli findet in Straßburg die Abstimmung des EU-Parlaments über das EU-Renaturierungsgesetz statt. Dieses Gesetz sieht vor, bis 2030 mindestens ein Fünftel der geschädigten Land- und Wasserflächen in der EU zu renaturieren bzw. zu sanieren – etwa trockene Moore wieder zu vernässen oder Wälder aufzuforsten, was aber nicht heißt, dass diese Flächen dann tabu sind für die Landwirtschaft.

Eine erste Abstimmung über das Gesetz im Umweltausschuss des EU-Parlaments fiel denkbar knapp aus: 44 Ausschussmitglieder stimmten für das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur, ebenso viele dagegen. Damit war das Vorhaben zunächst gescheitert. Während die eine Seite der Abgeordneten das Gesetz kategorisch ablehnte, hielt es die andere Seite für unbedingt notwendig. Zu ihnen gehört auch die Grünen-EU-Abgeordnete Henrike Hahn. Sie erklärte nach der ersten Abstimmung im Ausschuss: »Die letztliche Entscheidung zum Renaturierungsgesetz wird im Europäischen Parlament getroffen und nicht im Umweltausschuss. Noch ist alles offen.« Im Ausschuss stimmte eine Koalition aus Konservativen, den Rechtsaußen-Fraktionen Europäische Konservative und Reformer sowie Identität und Demokratie und einigen Liberalen gegen den Entwurf, der »die Wiederherstellung von Ökosystemen für die Menschen, das Klima und den Planeten« zum Ziel hat.

In einem Punkt hat Hahn recht: Die Ablehnung im Ausschuss heißt nicht, dass das Parlament dieser Empfehlung folgen muss. Doch auch dort dürfte eine Entscheidung äußerst knapp ausfallen. Dabei ist das Gesetz »ein Schlüsselelement der EU-Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt«, wie die Kommission schreibt. Es legt verbindliche Ziele für die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme fest. Insbesondere derjenigen Systeme, die das größte Potenzial haben, Kohlenstoff zu speichern und somit die Folgen von Naturkatastrophen zu verringern.

Europas Natur befindet sich in einem kritischen Zustand: Mehr als 80 Prozent der Lebensräume gelten als schwer geschädigt. Die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Wäldern und auch Meeresökosystemen soll dies ändern. Das Vorhaben ist neben dem geplanten Pestizidgesetz zentraler Bestandteil des »Green Deals« der Kommission von Präsidentin Ursula von der Leyen. Zwar ist sie als CDU-Mitglied auch Teil der EVP-Parteienfamilie, doch hindert dies EVP-Chef Manfred Weber nicht daran, gegen das Gesetz Sturm zu laufen. Seine EVP-Fraktion hatte sich vor zwei Monaten überraschend aus den Verhandlungen zum Gesetz zurückgezogen und will seitdem nicht einmal über mögliche Nachbesserungen reden.........

Mit seiner Haltung ist Weber sogar bereit, seiner Parteifreundin von der Leyen zu schaden, schließlich stammt der Gesetzentwurf von ihrer Kommission. Doch Weber ist bereits im Wahlkampfmodus, auch wenn die Europawahlen erst im Juni 2024 ins Haus stehen. Für die Wahl haben die Konservativen die Grünen als Hauptfeind erkoren und lehnen somit alles ab, was irgendwie grün erscheint. Mick Wallace, Berichterstatter der Linksfraktion The Left, hat dennoch Hoffnung: »Wir wissen, dass die EVP ihren Ausschussmitgliedern mit Ausschluss gedroht hat, wenn sie dafür stimmen, aber sie wird sicherlich nicht in der Lage sein, die gesamte Fraktion bei der Abstimmung im Plenum auf die gleiche Weise zu kontrollieren.«

Quelle: nd DER TAG, 11.07.2023

"Allianz gegen Abholzung versprochen - Amazonas-Gipfel kündigt mehr Kooperationen beim Schutz des Regenwaldes in Amazonen an"

"Allianz gegen Abholzung versprochen - Amazonas-Gipfel kündigt mehr Kooperationen beim Schutz des Regenwaldes in Amazonen an"

Erstmals seit 14 Jahren kamen die Staats- und Regierungschefs der Amazonas-Länder in Brasilien wieder zu einem Gipfeltreffen zusammen.

Bei einem Gipfel zur Rettung des Amazonaswalds im brasilianischen Bèlem haben sich acht Staaten Südamerikas am Dienstag auf die Gründung einer Allianz zur Bekämpfung der Abholzung in der Region verständigt. Nach Angaben des Gastgeberlands Brasilien wurde auf dem ersten Treffen der Organisation des Amazonas-Kooperationsvertrags (Octa) seit dem Jahr 2009 eine "neue" und ehrgeizige geminsame Agenda" verabschiedet. 

Auf dem Amazonasgipfel berieten die Vertreter von Brasilien, Bolivien, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Peru, Suriname und Venezuela außerdem eine gemeinsame Position für die UN-Klimakonferenz COP28 in Dubai Ende des Jahres.....

Die Amazonas-Anreiner unterzeichneten zum Abschluss des Gipfels in Belèm am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung, die einen Fahrplan zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung, zur Beendigung der Abholzung sowie zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens umfasst. Verbessert werden soll die Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft, der Finanzen und Menschenrechte.

Lula hatte es als Ziel des Treffens bezeichnet, den Umweltschutz mit einer nachhaltigen, wirtschaftlichen Entwicklung und der Schaffung von Arbeitsplätzen in Einklang zu bringen....

Allerdings birgt Lulas Vorstellung von der Entwicklung der Region auch Konfliktpotenzial. Während der brasilianische Präsident etwa der Förderung von Öl in der Regel durchaus offen gegenübersteht, spricht sich der kolumbianische Staatschef Petro für eine Drosselung der Ausbeutung fossiler Brennstoffe aus.

Für Umweltschützer und Indigene bleiben die Ergebnisse
des Gipfels hinter den Erwartungen zurück...

Quelle: nd DER TAG, 10.08.2023


ERDERWÄRMUNG Temperaturrekord: Nasa bestätigt Juli 2023 als wärmsten Monat seit Messbeginn

ERDERWÄRMUNG
Temperaturrekord: Nasa bestätigt Juli 2023 als wärmsten Monat seit Messbeginn

Der Juli 2023 war auch nach Daten der US-Raumfahrtbehörde Nasa heißer als jeder andere je gemessene Monat. Sie bestätigte damit grundsätzlich die Aussagen des EU-Klimawandeldienstes Copernicus, wenn auch mit leicht abweichenden Werten. Laut Nasa sei der Juli 2023 um 0,24 Grad Celsius wärmer gewesen als der bislang wärmste Juli in den Aufzeichnungen der Behörde, die bis zum Jahre 1880 zurückgehen. Außerdem war es um 1,18 Grad Celsius wärmer als der durchschnittliche Juli von 1951 bis 1980.

Quelle: mdr/wissen.de  16.08.2023

Ampel ignoriert Klimaziele - Expertenrat ignoriert schwache Maßnahmen und Schönfärberei der Regierung

Ampel ignoriert Klimaziele - Expertenrat ignoriert schwache Maßnahmen und Schönfärberei der Regierung

Der Expertenrat für Klimafragen lässt kaum ein gutes Haar am aktuellen Klimaschutzprogramm der Ampel: Zwar gebe es durch die beschlossenen Maßnahmen eine verringerte Ziellücke, doch der Anspruch zur Minderung der Treibhausgasemissionen sei "unzureichend", wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme des von der Bundesregierung eingesetzten Expertengremiums heißt. Die Regierung lege nicht einmal dar, wie die verbleibende Differenz zu den Zielen des Klimaschutzgesetzes geschlossen werden soll. Mit anderen Worten: Die Vorgabe, bis 2030 den CO2-Wert um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken, bleibt in unerreichbarer Ferne.

Quelle: nd Der Tag, 23.08.2023

Bericht mehrerer Agenturen beleuchtet den aktuellen und zukünftigen Zustand des Klimas in Afrika

Der Klimawandel bedroht zunehmend die menschliche Gesundheit, die Ernährungs- und Wassersicherheit sowie die sozioökonomische Entwicklung in Afrika

Steigende Temperaturen und Meeresspiegel, veränderte Niederschlagsmuster und extremere Wetterbedingungen bedrohen die menschliche Gesundheit und Sicherheit, die Ernährungs- und Wassersicherheit sowie die sozioökonomische Entwicklung in Afrika, heißt es in einem neuen Bericht, der ausschließlich dem Kontinent gewidmet ist.

Der Bericht „State of the Climate in Africa 2019" , eine behördenübergreifende Veröffentlichung, die von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) koordiniert wird, bietet einen Überblick über aktuelle und zukünftige Klimatrends und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft und sensible Sektoren wie die Landwirtschaft. Es beleuchtet Lehren für den Klimaschutz in Afrika und zeigt Wege zur Bewältigung kritischer Lücken und Herausforderungen auf.

Der Bericht wird am 26. Oktober im Rahmen einer Veröffentlichung auf Ministerebene veröffentlicht, um die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen in Afrika und den aktuellen Stand der Kapazitäten hervorzuheben. Die Risiken werden größer.

„Der Klimawandel hat zunehmende Auswirkungen auf den afrikanischen Kontinent, trifft die Schwächsten am härtesten und trägt zu Ernährungsunsicherheit, Bevölkerungsvertreibung und Belastung der Wasserressourcen bei. „In den letzten Monaten haben wir verheerende Überschwemmungen und eine Invasion von Wüstenheuschrecken erlebt und stehen nun vor dem drohenden Gespenst einer Dürre aufgrund eines La-Niña-Ereignisses. „Der menschliche und wirtschaftliche Tribut wurde durch die COVID-19-Pandemie verschärft", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

„Wissenschaftlich fundierte Klimainformationen sind die Grundlage für den Aufbau von Resilienz, ein Eckpfeiler der Anpassung an den Klimawandel und eine Oase für nachhaltige Lebensgrundlagen und Entwicklung." Der Klimazustandsbericht für Afrika spielt daher in dieser Hinsicht eine entscheidende Rolle, auch bei der Information über unsere Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Afrika-Agenda 2063", sagte SE Josefa Leonel Correia Sacko, Kommissarin für ländliche Wirtschaft und Landwirtschaft von die Kommission der Afrikanischen Union.

„Die begrenzte Aufnahme und Nutzung von Klimainformationsdiensten in der Entwicklungsplanung und -praxis in Afrika ist teilweise auf den Mangel an zuverlässigen und aktuellen Klimainformationen zurückzuführen. Dieser Bericht, der sich auf Afrika konzentriert, wird einen großen Beitrag zur Schließung dieser Lücke leisten. Der Beitrag der Wirtschaftskommission für Afrika zur Erstellung dieses Berichts durch das African Climate Policy Centre soll den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Entwicklung hervorheben und betonen, dass ein besserer Aufbau aus der Covid-19-Pandemie einen Entwicklungsansatz erfordert das grün, nachhaltig und klimaresistent ist und auf den besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Die Beteiligung mehrerer Institutionen und Agenturen an der Erstellung des Berichts stärkt unsere Grundsätze und Ansätze der gemeinsamen Arbeit", sagte SE Vera Songwe,

Steigende Temperaturen

Das Jahr 2019 gehörte zu den drei wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen für den Kontinent. Es wird erwartet, dass dieser Trend anhält. Die Temperaturen in Afrika haben sich in den letzten Jahrzehnten mit einer Geschwindigkeit erwärmt, die mit der der meisten anderen Kontinente vergleichbar ist, und damit etwas schneller als die mittlere globale Oberflächentemperatur.Klimazustand in Afrika 2019

Die neuesten dekadischen Vorhersagen, die den Fünfjahreszeitraum von 2020 bis 2024 abdecken, zeigen eine anhaltende Erwärmung und abnehmende Niederschläge, insbesondere über Nord- und Südafrika, sowie eine Zunahme der Niederschläge über der Sahelzone.

Weite Gebiete Afrikas werden in den letzten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts bei mittleren Szenarien, wie im Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Gremiums für Klimaänderungen berichtet, eine Erwärmung um mehr als 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau erreichen. Große Teile Afrikas haben sich seit 1901 bereits um mehr als 1 °C erwärmt, mit einer Zunahme von Hitzewellen und heißen Tagen. Laut IPCC ist bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem Rückgang der Niederschläge in Nordafrika und den südwestlichen Teilen Südafrikas zu rechnen.

Steigender Meeresspiegel und Küstenerosion

In Afrika gibt es erhebliche regionale Unterschiede bei der Entwicklung des Meeresspiegels. Der Anstieg des Meeresspiegels erreichte in mehreren ozeanischen Gebieten rund um den Kontinent 5 mm pro Jahr und überstieg 5 mm pro Jahr im südwestlichen Indischen Ozean von Madagaskar ostwärts bis nach Mauritius und darüber hinaus. Das ist mehr als der durchschnittliche globale Meeresspiegelanstieg von 3–4 mm pro Jahr.

Auch die Degradierung und Erosion der Küsten stellt eine große Herausforderung dar, insbesondere in Westafrika. Etwa 56 % der Küsten in Benin, Côte d'Ivoire, Senegal und Togo erodieren, und es wird erwartet, dass sich dieser Zustand in Zukunft verschlimmert. Der Anstieg des Meeresspiegels ist derzeit nicht der Hauptverursacher, dürfte aber in Zukunft zusammen mit anderen Faktoren die negativen Folgen von Umweltveränderungen verschärfen.

Extreme Ereignisse

Der Bericht dokumentiert schwerwiegende Ereignisse im Jahr 2019. Der tropische Wirbelsturm Idai gehörte zu den verheerendsten tropischen Wirbelstürmen, die jemals in der südlichen Hemisphäre registriert wurden, und forderte Hunderte Todesopfer und Hunderttausende Vertriebene.

Klimazustand in Afrika 2019

Das südliche Afrika litt 2019 unter ausgedehnter Dürre. Im Gegensatz dazu kam es am Großen Horn von Afrika von sehr trockenen Bedingungen im Jahr 2018 und dem größten Teil des Jahres 2019 zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die mit heftigen Regenfällen Ende 2019 einhergingen. Von Mai bis 2019 kam es auch in der Sahelzone und den umliegenden Gebieten zu Überschwemmungen Oktober 2019.

Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die Zahl der unterernährten Menschen in den dürregefährdeten afrikanischen Ländern südlich der Sahara seit 2012 um 45,6 % gestiegen.

Die Landwirtschaft ist das Rückgrat der afrikanischen Wirtschaft und stellt den Großteil der Lebensgrundlagen auf dem gesamten Kontinent dar. Afrika ist daher ein „Hotspot" der Gefährdung und Anfälligkeit für Klimaschwankungen und die Auswirkungen von Veränderungen.

Prognosen des IPCC deuten darauf hin, dass Erwärmungsszenarien verheerende Auswirkungen auf die Pflanzenproduktion und die Ernährungssicherheit haben könnten.

Zu den Hauptrisiken für die Landwirtschaft gehören eine verringerte Ernteproduktivität aufgrund von Hitze- und Dürrestress sowie erhöhte Schäden durch Schädlinge, Krankheiten und Überschwemmungen auf die Infrastruktur des Nahrungsmittelsystems, was schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen auf regionaler, nationaler und individueller Haushaltsebene zur Folge hat.

Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts werden die wichtigsten Getreidekulturen in ganz Afrika beeinträchtigt sein, wenn auch mit regionalen Schwankungen und Unterschieden zwischen den Kulturpflanzen.

Im schlimmsten Szenario des Klimawandels wird ein Rückgang des Durchschnittsertrags um 13 % in West- und Zentralafrika, 11 % in Nordafrika und 8 % in Ost- und Südafrika prognostiziert. Hirse und Sorghum haben sich als die vielversprechendsten Nutzpflanzen erwiesen, mit einem Ertragsverlust von lediglich 5 % bzw. 8 % bis 2050, da sie widerstandsfähiger gegenüber Hitzestressbedingungen sind, während Reis und Weizen voraussichtlich am stärksten ausfallen werden betroffene Kulturen mit einem Ertragsverlust bis 2050 von 12 % bzw. 21 %.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Auch Temperaturanstiege und Veränderungen der Niederschlagsmuster wirken sich erheblich auf die Gesundheit der Bevölkerung in ganz Afrika aus. Wärmere Temperaturen und höhere Niederschläge erhöhen die Eignung des Lebensraums für stechende Insekten und die Übertragung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten wie Dengue-Fieber, Malaria und Gelbfieber.

Darüber hinaus treten neue Krankheiten in Regionen auf, in denen sie bisher nicht vorkommen. Im Jahr 2017 ereigneten sich schätzungsweise 93 % der weltweiten Malaria-Todesfälle in Afrika. Malaria-Epidemien treten häufig nach ungewöhnlich starken Regenfällen auf. Darüber hinaus ermöglicht die Erwärmung im ostafrikanischen Hochland, dass Malaria übertragende Mücken in höheren Lagen überleben können.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds konzentrieren sich die negativen Folgen des Klimawandels auf Regionen mit relativ heißem Klima, in denen sich überproportional viele Länder mit niedrigem Einkommen befinden.

Das African Climate Policy Centre prognostiziert, dass das Bruttoinlandsprodukt in den fünf afrikanischen Subregionen infolge eines globalen Temperaturanstiegs erheblich sinken würde. Für Szenarien, die von einem Anstieg der globalen Temperaturen um 1 °C bis 4 °C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau reichen, wird erwartet, dass das Gesamt-BIP des Kontinents um 2,25 % bis 12,12 % sinken wird. West-, Zentral- und Ostafrika weisen stärkere negative Auswirkungen auf als Süd- und Nordafrika.Klimazustand in Afrika 2019

Klimaschutz

Die 2013 verabschiedete afrikanische Agenda 2063 erkennt den Klimawandel als große Herausforderung für die Entwicklung des Kontinents an.

Seit 2015 sind die Nationally Determined Contributions (NDCs) zum Pariser Abkommen das wichtigste Instrument zur Steuerung politischer Reaktionen auf den Klimawandel. Zweiundfünfzig (52) afrikanische Länder haben ihre ersten NDCs eingereicht und sind nun dabei, im Jahr 2020 überarbeitete NDCs einzureichen.

Afrika und die kleinen Inselentwicklungsländer sind die Regionen mit den größten Kapazitätslücken in Bezug auf Klimadienstleistungen. Afrika verfügt außerdem über das am wenigsten entwickelte landgestützte Beobachtungsnetzwerk aller Kontinente.

Afrika hat große Anstrengungen unternommen, um die globale Klimaagenda voranzutreiben. Dies zeigt sich an der sehr hohen Ratifizierungsrate des Pariser Abkommens – über 90 %. Viele afrikanische Länder haben sich dazu verpflichtet, innerhalb relativ kurzer Zeit auf grüne Energie umzusteigen. Saubere Energie und Landwirtschaft haben beispielsweise in über 70 % der afrikanischen NDCs Priorität. Dieser Ehrgeiz muss ein integraler Bestandteil der Festlegung der wirtschaftlichen Entwicklungsprioritäten des Kontinents sein.

Ein vielversprechender Ansatz auf dem gesamten Kontinent zur Reduzierung klimabedingter Risiken und der Auswirkungen extremer Ereignisse ist die Verringerung der Armut durch die Förderung des sozioökonomischen Wachstums, insbesondere im Agrarsektor. Berichten zufolge können in diesem Sektor, in dem 60 % der afrikanischen Bevölkerung beschäftigt sind, Wertschöpfungstechniken unter Nutzung effizienter und sauberer Energiequellen die Armut zwei- bis viermal schneller reduzieren als das Wachstum in jedem anderen Sektor.

Beispielsweise steigert die solarbetriebene, effiziente Mikrobewässerung das Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe um das Fünf- bis Zehnfache, steigert die Erträge um bis zu 300 % und reduziert den Wasserverbrauch um bis zu 90 %, während gleichzeitig die CO2-Emissionen durch die Erzeugung ausgeglichen werden bis zu 250 kW saubere Energie.

Frauen machen einen großen Prozentsatz der Armen der Welt aus, und etwa die Hälfte der Frauen auf der Welt ist in der Landwirtschaft tätig – in Entwicklungsländern sind es 60 % und in Ländern mit niedrigem Einkommen und Nahrungsmitteldefizit 70 %. Die Verringerung der Armut durch Wachstum im afrikanischen Agrarsektor kommt daher insbesondere Frauen zugute. Es kann auch vorkommen, dass Frauen in manchen Fällen keinen Zugang zu Wetter- und Klimadiensten haben; Es ist wichtig, dass alle Menschen Zugang zu diesen Diensten erhalten, um ihre individuelle Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit zu stärken.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier

Einzelheiten zum Start auf Ministerebene finden Sie hier

Beiträge für diesen Bericht wurden von den folgenden Organisationen bereitgestellt:

Afrikanisches Zentrum für meteorologische Anwendungen für Entwicklung (ACMAD); Archivierung, Validierung und Interpretation satellitengestützter ozeanografischer Daten (AVISO); Bureau of Meteorology (BoM), Australien; Global Precipitation Climatology Center (GPCC), Deutscher Wetterdienst (DWD); Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO); Klimavorhersage- und Anwendungszentrum der Zwischenstaatlichen Behörde für Entwicklung (IGAD) (ICPAC); Internationale Organisation für Migration (IOM); Laboratoire d'Etudes en Géophysique et Océanographie Spatiales (LEGOS), Frankreich; National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA)/National Centers for Environmental Information (NCEI), Vereinigte Staaten; Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR); Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Afrika (UNECA) – African Climate Policy Centre (ACPC); Meteorologisches Amt des Vereinigten Königreichs (Met Office), Vereinigtes Königreich; Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP); Weltklimaforschungsprogramm (WCRP); Weltgesundheitsorganisation (WHO); Weltorganisation für Meteorologie (WMO)

Quelle:https://public.wmo.int

"Höchste Zeit für Aufholjagd - Gipfel in New York startet mit großem Rückstand bei Nachhaltigkeitszielen"

New York, 18./19.11.2023
Gipfel nimmt Nachhaltigkeitsziele der UN ins Visier

Nach Meinung des UN-Generalsekretärs António Guterres zum  Fortschrittbericht der 2015 verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (SDGs) gilt: Bei 85 Prozent der Zielvorgaben sind die Fortschritte unzureichend oder die Entwicklung verläuft sogar in die falsche Richtung.

Quelle: nd DER TAG, 18.11.2023

Lt. Deutschlandfunk vom 18.11.2023 wird kein Land unseres Planeten Erde die 17 bis 2030 zu realisierenden Nachhaltigkeitsziele erreichen.

UN-Bericht

UN-Bericht
20.000 Kinder fliehen täglich vor Extremwetter
Stand: 06.10.2023 12:49 Uhr

Extremwetter im Zusammenhang mit der Klimakrise vertreiben einem neuen UN-Bericht zufolge täglich 20.000 Kinder. Zwischen 2016 und 2021 mussten laut UNICEF 43,1 Millionen Minderjährige ihr Zuhause zumindest zwischenzeitlich verlassen.Extremwetterereignisse haben von 2016 bis 2021 mehr als 43 Millionen Kinder und Jugendliche aus ihrem Zuhause vertrieben. Das waren laut einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF etwa 20.000 Minderjährige pro Tag. Der fortschreitende Klimawandel wird laut UNICEF-Prognosen in den kommenden 30 Jahren mindestens 100 Millionen Kinder zu Vertriebenen durch Unwetterkatastrophen machen.Erstmalig werde mit dem Bericht "Children Displaced in a Changing Climate" die weltweite Zahl der jungen Menschen ermittelt, die auf Grund von Wetterereignissen innerhalb ihres Landes vertrieben wurden, erklärte UNICEF.
Quelle: www.tagesschau.de

Zwei Millionen Arten weltweit gefährdet – in Europa jede fünfte

DLF: Artensterben

Zwei Millionen Arten weltweit gefährdet – in Europa jede fünfte


Weltweit sind rund zwei Millionen Tier- und Pflanzen-Arten gefährdet – und damit doppelt so viele wie bislang angenommen. In Europa ist ein Fünftel aller untersuchten Arten entweder gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Besonders stark betroffen sind Pflanzen und wirbellose Tiere.

Quelle: DLF, 09.11.2023

BVerfG-KTF-Urteil vom 15.11.2023

BVerfG-KTF-Urteil vom 15.11.2023

BVerfG-Urteil zum Nachtragshaushalt
Ampel überprüft jetzt Energiewendeprojekte
Stand: 15.11.2023 16:45 Uhr

Nach dem Karlsruher Haushaltsurteil will die Regierung ihre Vorhaben zur Energiewende prüfen. Der Zeitplan für den Haushalt 2024 steht aber nicht infrage. Rufe nach einem Ende der Schuldenbremse werden lauter.Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds (KTF) überprüft die Ampelkoalition Vorhaben zur Energiewende. "60 Milliarden Euro an Zuflüssen aus dem Jahr 2021 stehen nun ja nicht mehr zur Verfügung", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz.Der Wirtschaftsplan des Fonds werde daher angesichts des Urteils zügig überarbeitet und vorläufige Regelungen getroffen, damit nicht unnötig Mittel ausgegeben würden, die noch nicht festgelegt seien. Das Urteil solle sorgfältig ausgewertet und "genau beachtet" werden. Es wirke sich vielleicht auch auf die Haushalte der Bundesländer aus, sagte der SPD-Politiker weiter.

Quelle: www.tagesschau.de

COP28 ● Dubai ● 30.11.2023 - 12.12.2023

Was die Weltklimakonferenz beschlossen hat

Stand: 13.12.2023 14:41 Uhr

Mehr Kapazität erneuerbarer Energien, die Abkehr von fossilen Brennstoffen und ein Entschädigungsfonds für ärmere Länder - die Weltklimakonferenz hat sich auf ein Abschlussdokument geeinigt.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.
Zwei Wochen lang haben Vertreter aus rund 200 Staaten bei der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai über Umwelt- und Klimaschutz beraten. Nach langem Ringen einigten sie sich auf eine Abschlusserklärung. Ein wichtiges Thema war dabei der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien.
Abkehr von fossiler Energie
Erstmals hat sich die Weltgemeinschaft zumindest auf dem Papier zu einem Abschied (KEINEM VERBINDLICHEN AUSSTIEG!) von Kohle, Öl und Gas bekannt. Die Staaten einigten sich auf einen Übergang weg von den fossilen Brennstoffen - der von vielen Staaten geforderte Ausstieg ("phase out") wird jedoch nicht erwähnt.Der Beschluss bezieht sich auf die "Energiesysteme" - dies könnte zu Diskussionen über die Reichweite der Einigung führen. Hinzu kommt: Völkerrechtlich verbindlich ist der Beschluss nicht. Kein Land kann dazu gezwungen werden, ihn umzusetzen. Der Streit über den Abschied von Öl, Gas und Kohle war einer der Knackpunkte der zweiwöchigen Konferenz. Unter anderem der Ölstaat Saudi-Arabien hatte sich dagegen gewehrt.
13.12.2023
Durchbruch in Dubai
UN-Klimakonferenz einigt sich auf Schlussdokument
Der zuvor von mehr als 100 Staaten geforderte klare Ausstieg kommt im Abschlusstext aber nicht vor.
Ausbau erneuerbarer Energien
Die Staaten werden aufgerufen, die Kapazitäten erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2030 zu verdreifachen. Im gleichen Zeitraum soll die Energieeffizienz verdoppelt werden. In dem Beschluss werden eine Reihe anderer Optionen zur Senkung der Emissionen genannt, darunter auch die Atomkraft.Ebenfalls Erwähnung finden Verfahren zum Entzug von klimaschädlichem CO2 aus der Atmosphäre. Solche Technologien kommen bisher allerdings nicht großflächig zum Einsatz und sind umstritten.
05.11.2023
EntschädigungsfondsArme und besonders verwundbare Länder können in Zukunft mit Unterstützung rechnen, wenn sie von Fluten, Dürren und Stürmen getroffen werden. Bereits am ersten Tag der Klimakonferenz wurde ein Fonds für klimabedingte Schäden und Verluste eingerichtet. Die Vereinigten Arabischen Emirate sagten als Gastgeber 100 Millionen US-Dollar zu, ebenso wie die Bundesregierung. Insgesamt kamen in Dubai knapp 800 Millionen US-Dollar zusammen.Das Finanzinstrument stand lange auf der Wunschliste von Entwicklungsländern. Bisher erhalten sie lediglich für die Anpassung an die Klimakrise und Vorhaben zur Minderung der Emissionen Geld - nicht jedoch für Schäden und Verluste. Der Fonds ist für eine Übergangszeit bei der Weltbank angesiedelt.
Globales Anpassungsziel
Die Staaten haben sich auf Vorgaben zur zukünftigen Anpassung an den Klimawandel geeinigt. Dabei werden eine Reihe von Zielen genannt. Unter anderem sollen die Länder die Landwirtschaft für den Klimawandel rüsten. Auch die Gesundheitssysteme sollen besser auf die Folgen der Erderwärmung vorbereitet werden. Industrieländer werden aufgerufen, Hilfszahlungen an ärmere Länder für die Anpassung ausgehend vom Niveau von 2019 bis 2025 mindestens zu verdoppeln.Auf der Klimakonferenz in Glasgow 2021 war ein Arbeitsprogramm zur Ausarbeitung solcher Vorgaben vereinbart worden. Im Vergleich zum Klimaschutz gilt dies als schwieriger, weil es keine klar messbaren Größen für eine sinnvolle Anpassung an die Erderwärmung gibt.
Bestandsaufnahme zum Pariser Abkommen
Die Weltklimakonferenz in Dubai wollte vor allem eine erste Bestandsaufnahme zur Umsetzung des Pariser Abkommens vornehmen. Dieser "First global stocktake" ist Gegenstand des 21-seitigen Abschlussdokuments. Daraus geht hervor: Werden alle derzeit vorliegenden Selbstverpflichtungen der Staaten umgesetzt, steuert die Menschheit auf einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von 2,1 bis 2,8 Grad zu.Vor dem Pariser Klimaabkommen gingen einzelne Modelle von einem Anstieg um bis zu vier Grad voraus. Um die Erderwärmung weiter abzusenken, ist laut Abschlussdokument eine "umfassende, schnelle und nachhaltige Reduzierung der globalen Treibhausgasemissionen" um 43 Prozent bis 2030 und um 60 Prozent bis 2035 im Vergleich zum Niveau von 2019 erforderlich. Bis 2050 soll der Nettoausstoß an Kohlendioxidemissionen auf Null gefahren werden.
Quelle: www.tagesschau.de

01.01.2024: Gesetz zur Anpassung an den Klimawandel tritt in Kraft

01.01.2024: Gesetz zur Anpassung an den Klimawandel tritt in Kraft

Angesichts des Klimawandels müssen Bund, Länder und Kommunen künftig Pläne zur Anpassung an dessen Folgen ausarbeiten. Der Bundestag billigte ein Gesetz, das eine Vorsorgestrategie vorschreibt. Die Union kritisierte die Finanzierungsfrage. Städte, Gemeinden, die Bundesländer und der Bund werden gesetzlich verpflichtet, die Auswirkungen des Klimawandels in ihre Planungen einzubeziehen. Für das Gesetz von Bundesumweltministerin Steffi Lemke votierten die Fraktionen der Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP. Die Unionsfraktion und die AfD stimmten dagegen. Die LINKSfraktion enthielt sich. Das Gesetz schreibt Bund, Ländern und Kommunen Anpassungsmaßnahmen und Berichtspflichten vor. Um massive Schäden an der Infrastruktur und negative Folgen für die Bevölkerung zu verhindern, müssen die Kommunen Vorsorge für den Umgang etwa mit Starkregen, Hitze oder Dürre treffen. In Städten kann das beispielsweise bedeuten, dass Flächen entsiegelt, Bäume gepflanzt oder Fassaden begrünt werden.

Quelle: www.tagesschau.de

2023 war das global wärmste Jahr seit Wetteraufzeichnung

2023 war das global wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

2023 war das global wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung.
Das teilte der EU-Klimadienst Copernicus mit und bestätigte damit seine im Dezember veröffentlichte Prognose. Demnach lag die Durchschnittstemperatur weltweit bei 14,98 Grad und damit 0,17 Grad über dem bisherigen Rekordjahr 2016.
2023 war zudem das erste Jahr, in dem jeder Tag mindestens ein Grad wärmer war als in der vorindustriellen Zeit.
Hauptgrund für den Temperaturanstieg ist laut Copernicus, dass sich die Weltmeere im vergangenen Jahr in einem beispiellosen Ausmaß erwärmt haben – als Folge des anhaltenden Anstiegs von Treibhauskonzentration in der Atmosphäre.

Quelle: DLF, 09.01.2024

UN-Generalsekretär Guterres: Wettlauf gegen die Zeit um Auswirkungen des Klimawandels auf Menschen zu begrenzen

UN-Generalsekretär Guterres: Wettlauf gegen die Zeit um Auswirkungen des Klimawandels auf Menschen zu begrenzen

Am Welttag der humanitären Hilfe am Donnerstag würdigte UN-Generalsekretär António Guterres all diejenigen, die Menschen in Not helfen. Er forderte Unterstützung für die Kampagne #TheHumanRace, die darauf abzielt, die am stärksten gefährdeten Menschen vor der Klimakatastrophe zu schützen.

„Humanitäre Helfer sind dafür da, um den am stärksten gefährdeten Menschen der Welt im Katastrophenfall zu helfen", sagte er. „Aber auf der ganzen Welt sehen sich die Helfer mit wachsenden Bedrohungen konfrontiert."

Die diesjährige Kampagne zum Welttag der humanitären Hilfe – #TheHumanRace – unterstreicht, wie Klimaextreme auf der ganzen Welt verheerende Auswirkungen haben und die Einsatzkräfte an vorderster Front überwältigen.

Guterres warnte, dass der Klimanotstand „ein Wettlauf ist, den wir verlieren. Aber es ist ein Rennen, das wir gewinnen können und müssen."

Auch die UN-Migrationsagentur (IOM) verwies auf die weltweiten Erfahrungen mit extremen Temperaturen, steigendem Meeresspiegel, Dürre und Stürmen.

Generaldirektor der IOM, Antonio Vitorino, forderte die internationale Gemeinschaft auf, sich auf die vom Klimawandel am schlimmsten betroffenen Bevölkerungsgruppen zu konzentrieren – und auf die vielen „Klimamigranten", die wahrscheinlich aus ihren Gemeinden vertrieben werden.

„Letztes Jahr waren mehr als die Hälfte aller neuen Vertreibungen weltweit auf wetterbedingte Katastrophen zurückzuführen", sagte Vitorino. „Millionen haben ihr Zuhause, den Zugang zu Nahrung und Wasser und ihre gesamte Lebensgrundlage aufgrund der sich verschlechternden und häufigeren Klimagefahren verloren."

„Der Klimanotstand ist ein Wettlauf gegen die Zeit", sagte er und forderte Regierungen, den Privatsektor und besorgte Bürger auf, die Notfallvorsorge und den Aufbau von Resilienz sowie die Anpassung und Eindämmung des Klimawandels zu verbessern.

3. Februar 2024
Bemerkungen des Generalsekretärs vor der hochrangigen offenen Debatte des Sicherheitsrats über die Auswirkungen des Klimawandels und der Ernährungsunsicherheit auf die Aufrechterhaltung des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit

Herr Präsident, Exzellenzen,

Ich danke der Regierung von Guyana dafür, dass sie uns zusammengebracht hat, um uns auf die Auswirkungen der Klimakrise und der Ernährungsunsicherheit auf den globalen Frieden und die Sicherheit zu konzentrieren.

Klimachaos und Nahrungsmittelkrisen sind ernste und zunehmende Bedrohungen für den globalen Frieden und die Sicherheit.

Es ist nur richtig, dass sie von diesem Rat behandelt werden.

Eine globale Nahrungsmittelkrise schafft für viele der ärmsten Menschen der Welt eine Hölle aus Hunger und Kummer.

Und die Klimakrise beschleunigt sich mit tödlicher Wucht – das letzte Jahr war das heißeste Jahr aller Zeiten.

Beide Tatsachen untergraben den Frieden.

Leere Bäuche schüren Unruhe.

In Portugal gibt es ein Sprichwort: „In einem Haus ohne Brot streiten sich alle, und niemand hat Recht."

Klimakatastrophen und Konflikte verschärfen Ungleichheiten, gefährden Lebensgrundlagen und vertreiben Menschen aus ihrer Heimat.

Das kann Beziehungen belasten, Misstrauen schüren und Unzufriedenheit säen.

Während verringerte Ressourcen und Massenvertreibung den Wettbewerb verschärfen können.

Konflikte können leicht entstehen, wenn die Spannungen hoch, die Institutionen schwach und die Menschen ausgegrenzt sind.

Und Frauen und Mädchen zahlen den höchsten Preis. Genauso wie sie es tun, wenn Nahrungsmittel knapp werden und Klimakatastrophen eintreten.

Exzellenzen,

Gleichzeitig sind Klima und Konflikte zwei Hauptursachen für [unsere] globale Nahrungsmittelkrise.

Wo Kriege toben, herrscht Hunger – sei es durch Vertreibung von Menschen, Zerstörung der Landwirtschaft, Schäden an der Infrastruktur oder bewusste Verleugnungspolitik.

Unterdessen gefährdet das Klimachaos die Nahrungsmittelproduktion auf der ganzen Welt.

Überschwemmungen und Dürren zerstören Ernten, Meeresveränderungen stören die Fischerei, steigende Meeresspiegel degradieren Land und Süßwasser und wechselnde Wetterbedingungen ruinieren Ernten und verursachen Schädlinge.

Klima und Konflikte waren im Jahr 2022 die Hauptursachen für akute Ernährungsunsicherheit für fast 174 Millionen Menschen.

Und in vielen Fällen treffen sie zusammen und treffen die Gemeinden mit einem doppelten Schlag.

Exzellenzen,

Mit Bestürzung muss ich sagen, dass unsere Welt heute voller Beispiele für den verheerenden Zusammenhang zwischen Hunger und Konflikten ist.

In Syrien gehen fast dreizehn Millionen Menschen nach einem Jahrzehnt Krieg und einem schrecklichen Erdbeben hungrig zu Bett.

In Myanmar haben Konflikte und politische Instabilität die Fortschritte bei der Bekämpfung des Hungers zunichte gemacht.

In Gaza hat niemand genug zu essen.

Von den 700.000 hungrigsten Menschen der Welt leben vier von fünf auf diesem winzigen Landstreifen.

Klimakatastrophen fügen vielerorts eine weitere Dimension hinzu.

Jedes der vierzehn Länder, die am stärksten vom Klimawandel bedroht sind, leidet unter Konflikten. Dreizehn von ihnen sind dieses Jahr mit einer humanitären Krise konfrontiert.

In Haiti führen Hurrikane zusammen mit Gewalt und Gesetzlosigkeit zu einer humanitären Krise für Millionen von Menschen.

In Äthiopien kommt es unmittelbar nach dem Krieg zu einer Dürre. Schätzungen zufolge sind in diesem Jahr fast 16 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Und Flüchtlinge aus dem Konflikt im benachbarten Sudan erhöhen den Druck auf die ohnehin knappen Ressourcen.

In der Sahelzone erhöhen steigende Temperaturen die Spannungen:

Austrocknende Wasserressourcen, Zerstörung von Weideland und Zerstörung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft – dem Grundpfeiler der lokalen Wirtschaft.

Vor dem Hintergrund langjähriger politischer Instabilität kommt es zu Konflikten zwischen Bauern und Hirten.

Unterdessen besteht weltweit die Gefahr eines Wiederauflebens der Lebensmittelinflation, da Dürren den Panamakanal lahm legen und Gewalt im Roten Meer ausbricht – was die Lieferketten ins Wanken bringt.

Exzellenzen,

Ohne Maßnahmen wird sich die Situation verschlechtern.

Konflikte nehmen zu.

Die Klimakrise wird sich weiter verschärfen, da die Emissionen weiter steigen.

Und die akute Ernährungsunsicherheit nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Das Welternährungsprogramm schätzt, dass im Jahr 2023 über 330 Millionen Menschen betroffen waren. Und es hat Anfang des Jahres vor einer akuten Verschlechterung in achtzehn „Hunger-Hotspots" gewarnt.

Um eine zunehmende Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit zu vermeiden, müssen wir eingreifen. Und jetzt handeln, um die tödlichen Zusammenhänge zwischen Konflikt, Klima und Ernährungsunsicherheit zu durchbrechen.

Erstens müssen sich alle Konfliktparteien an das humanitäre Völkerrecht halten.

Viel zu oft ist dies nicht der Fall.

Die Resolution 2417 des Sicherheitsrats zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten ist klar: Für das Überleben der Zivilbevölkerung lebenswichtige Güter müssen geschützt werden. Das Aushungern von Zivilisten kann ein Kriegsverbrechen darstellen. Und humanitäre Helfer müssen ungehinderten Zugang zu Zivilisten in Not haben.

Diesem Rat kommt eine entscheidende Rolle zu, wenn es darum geht, die Einhaltung der Resolution zu fordern und diejenigen, die gegen die Resolution verstoßen, zur Rechenschaft zu ziehen.

Zweitens müssen wir humanitäre Einsätze vollständig finanzieren, um zu verhindern, dass Katastrophen und Konflikte den Hunger verstärken.

Im vergangenen Jahr wurden humanitäre Einsätze zu weniger als 40 Prozent finanziert.

Rund ein Drittel des Geldes für diese Maßnahmen war für die Bekämpfung der Ernährungsunsicherheit vorgesehen.

Drittens müssen wir die Voraussetzungen schaffen, um Konflikte zu lösen und den Frieden zu bewahren – innerhalb von Ländern und zwischen Ländern.

Ausgrenzung, Ungleichheit und Armut erhöhen das Konfliktrisiko.

Die Antwort liegt darin, den Fortschritt auf dem Weg zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung – einschließlich unseres Ziels „Kein Hunger" – voranzutreiben.

Wir brauchen massive Investitionen in einen gerechten Wandel hin zu gesunden, gerechten und nachhaltigen Lebensmittelsystemen.

Und wir brauchen die Zusammenarbeit von Regierungen, Wirtschaft und Gesellschaft, um solche Systeme Wirklichkeit werden zu lassen.

Heute sehen wir ein groteskes Missverhältnis zwischen Zuteilung und Bedarf – weltweit wird fast ein Drittel der Lebensmittel verschwendet, während Hunderte Millionen Menschen jede Nacht hungrig zu Bett gehen.

Und der Konsum, die Produktion und der Vertrieb von Nahrungsmitteln sind für rund ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Wir müssen Nahrungsmittelsysteme schaffen, die den Planeten ernähren, ohne ihn zu zerstören.

Das bedeutet, den Klimaschutz und die Umgestaltung der Ernährungssysteme aufeinander abzustimmen – wie ich es bei der UN-Ernährungssystem-Bestandsaufnahme im vergangenen Juli gefordert habe –, um eine nachhaltige Entwicklung, gute Lebensgrundlagen und gesunde Menschen auf einem gesunden Planeten zu sichern.

Dies erfordert die Zusammenarbeit und die Einbeziehung aller Menschen – Frauen, junge Menschen und marginalisierte Gemeinschaften – in die Entscheidungsfindung.

Wir müssen auch Sozialschutzsysteme aufbauen und finanzieren, um Lebensgrundlagen zu schützen und den grundlegenden Zugang zu Dienstleistungen und Ressourcen sicherzustellen.

Und wir müssen die globalen Friedens- und Sicherheitsrahmen stärken und erneuern.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir das Beste aus dem Zukunftsgipfel später in diesem Jahr machen, bei dem die Mitgliedstaaten über die vorgeschlagene neue Agenda für den Frieden beraten werden.

Dies stellt eine umfassende Vision für den Frieden in unserer sich verändernden Welt dar, die auf Prävention und internationalem Recht basiert und in den Menschenrechten verankert ist.

Und es erkennt die Zusammenhänge zwischen nachhaltiger Entwicklung, Klimaschutz und Frieden an.

Viertens müssen wir die Klimakrise in den Griff bekommen, um den Anstieg der globalen Temperatur auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Denn Klimaschutz ist ein Einsatz für Ernährungssicherheit und ein Einsatz für den Frieden.

Die G20-Staaten müssen einen gerechten globalen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorantreiben, im Einklang mit dem Prinzip gemeinsamer, aber unterschiedlicher Verantwortlichkeiten und entsprechender Fähigkeiten angesichts der unterschiedlichen nationalen Umstände.

Und alle Länder müssen bis 2025 ehrgeizige neue nationale Klimaschutzpläne – oder national festgelegte Beiträge – erstellen, die sich an der 1,5-Grad-Grenze orientieren.

Wir müssen uns auch ernsthaft mit der Anpassung befassen:

Sicherstellen, dass bis 2027 jeder Mensch auf der Erde durch ein Frühwarnsystem geschützt ist und dass Frühwarnung zu frühzeitigem Handeln führt;

Und Bereitstellung angemessener Anpassungsfinanzierung.

Die Industrieländer müssen klären, wie sie die versprochenen 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr an Anpassungsfinanzierung bis 2025 einhalten werden. Und sie müssen zeigen, wie die Lücke bei der Anpassungsfinanzierung geschlossen werden kann.

Wir benötigen außerdem erhebliche Beiträge zum neuen Verlust- und Schadensfonds, der auf der COP28 eingerichtet wurde.

Und wir müssen lokale Institutionen dabei unterstützen, eine Vorreiterrolle bei der Reduzierung des Katastrophenrisikos in ihren Gebieten zu übernehmen.

Zum Schluss haben wir uns mit dem Finanzmaterial befasst.

Die Verwirklichung dauerhafter Entwicklungsziele ohne Wettbewerb ist die beste Möglichkeit, Konflikten vorzubeugen.

Dies ist eine große Nachfrage nach Investitionen.

Heute, angesichts der Krise des Lebensunterhalts und des unumstößlichen Endniveaus, können viele Entwicklungsinvestitionen nicht einfach in die Klimapolitik, in widerstandsfähige Lebensmittelsysteme oder in andere Unternehmen investiert werden. Andere prioritäre Materialien zur dauerhaften Entwicklung.

Ich habe einen Planungsplan für nachhaltige Entwicklungsziele vorgeschlagen – bis zu 500 Milliarden US-Dollar pro Jahr – für eine bezahlbare und langfristige Finanzierung der dauerhaften Entwicklung und der klimatischen Maßnahmen.

Aus diesem Grund müssen in diesem Fall dringende Maßnahmen ergriffen werden – im Einklang mit der Wiederholung des Betrags, der im Laufe der drei nächsten Jahre mit den bereits ausgezahlten Rückerstattungen einhergeht.

Es besteht sogar die Möglichkeit, multilaterale Entwicklungsbanken zu rekapitalisieren und ihre Wirtschaftsmodelle zu ändern, um ihnen die Möglichkeit zu geben, mehr als nur private Finanzmittel für Entwicklungszahlungen zu mobilisieren.

Während meiner Zeit haben die Entwicklungsländer bei der Verwirklichung der langfristigen Entwicklungsziele Vorrang vor den Ausgaben für Verwandte.

Es ist wichtig, dass die Regierungen nicht in der Lage sind, Geld zu verdienen, sondern dass die Haushalte, die der Lebensmittelsicherheit, der Klimapolitik und der dauerhaften Entwicklung im Allgemeinen ausgesetzt sind, aufgegeben werden.

Schließlich haben wir die Konvergenzpunkte zwischen Lebensmittelunsicherheit, Klima und Konflikten erkannt.

Wir haben aus Parteien, öffentlicher Politik und Programmen gearbeitet, die auf diese gleichzeitige Begegnung reagieren können.

Beispielsweise müssen Sie sich mit den Risiken des Klimas und der Lebensmittelsicherheit im Zuge der Konsolidierung des Volkes befassen oder im Rahmen von Programmen zur Anpassung des Klimas investieren, um die Bevölkerung mit den Ressourcen der Kommunen zu versorgen.

Der Klimasicherheitsmechanismus der Vereinten Nationen ist darauf ausgerichtet, die Pfandrechte im Klima, in der Bevölkerung und in der Sicherheit während unserer Arbeit zu übernehmen.

Die Convergence-Initiative wurde im vergangenen Jahr gegründet, um die Klimapolitik und die Umgestaltung von Nahrungsmittelsystemen zu unterstützen.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Finanzierung der klimatischen Aktion die Menschen und ihre Mitarbeitenden vor Konflikten schützt. Die Mittel zur Konsolidierung des Geldes können als Katalysator für die Mobilisierung anderer Partner dienen und diesem Ziel eine realistische Bedeutung verleihen.

Und ich verlange vom Rat der Sicherheitskräfte, dass sie sich auf die beste Art und Weise gegen Bedrohungen wenden, die vom Klima, der Lebensmittelsicherheit, der Bezahlung und der internationalen Sicherheit abhängig sind.

Exzellenzen,

Die Botschaft ist klar: Wir können den tödlichen Zusammenhang von Hunger, Klimachaos und Konflikten durchbrechen. Und die Bedrohung, die sie für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit darstellen, eindämmen.

Handeln wir dafür und bauen wir eine lebenswerte, nachhaltige Zukunft auf, frei von Hunger und der Geißel des Krieges.

Danke schön.

******

https://unric.org/de/200821-klima/

Erdüberlastungstage global und national

Der Erdüberlastungstag (englisch Earth Overshoot Day, zunehmend seltener auch „Ecological Debt Day", „Welterschöpfungstag", „Weltüberlastungstag" oder „Ökoschuldentag") ist in einer jährlichen Kampagne der Organisation Global Footprint Network der Tag des laufenden Jahres, an dem die menschliche Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen in diesem Jahr übersteigt. Der Erdüberlastungstag ist ein Aktionstag.

1961 „15. Mai 1962" 0,73 (In diesem Jahr ließ die globale jährliche Ressourceninanspruchnahme noch Reserven übrig)
...
1970 29. Dezember 1,01 (Seitdem übersteigt der jährliche Verbrauch die global zur Verfügung stehenden Ressourcen)
1971 20. Dezember   1,03 Planeten Erde stellten ihre Ressourcen zur Verfügung
1972 10. Dezember   1,06
1973 26. November   1,10
1974 27. November   1,10
1975 30. November   1,09
1976 16. November   1,14
1977 11. November   1,16
1978 7. November     1,17
1979 29. Oktober       1,21
1980 4. November     1,18
1981 11. November   1,16
1982 15. November   1,14
1983 14. November   1,15
1984 6. November     1,18
1985 4. November     1,19
1986 30. Oktober       1,20
1987 23. Oktober       1,23
1988 15. Oktober       1,27
1989 11. Oktober       1,29
1990 11. Oktober       1,29
1991 10. Oktober       1,29
1992 12. Oktober       1,28
1993 12. Oktober       1,28
1994 10. Oktober       1,29
1995 4. Oktober         1,32
1996 2. Oktober         1,33
1997 29. September 1,34
1998 29. September 1,34
1999 29. September 1,34
2000 23. September 1,38
2001 22. September 1,38
2002 19. September 1,39
2003 9. September   1,45
2004 1. September   1,49
2005 25. August       1,54
2006 19. August       1,58
2007 14. August       1,62
2008 14. August       1,62
2009 18. August       1,59
2010 7. August         1,67
2011 4. August         1,69
2012 4. August         1,69
2013 3. August         1,70
2014 4. August         1,69
2015 5. August         1,68
2016 5. August         1,68
2017 1. August         1,71   Deutschland 24. April
2018 29. Juli             1,74   Deutschland 02. Mai
2019 29. Juli             1,74   Deutschland 03. Mai
2020 22. August       1,56   Deutschland
2021 29. Juli             1,74   Deutschland 05. Mai
2022 28. Juli             1,75   Deutschland 04. Mai
2023 02. August                 Deutschland 04. Mai

Quelle: www.wikipedia.org/wiki/Erdüberlastungstag